RIP Anderson

Ein mutiger Held ist gefallen und wir werden seiner ewig gedenken. Er war es der sich nur mit einem Lendenschurz und einem Holzhammer bewaffnent Brock in den Weg stellte um dem Rest der Gruppe die Flucht zu ermöglichen.

Und möge er auch bis in alle Ewigkeiten von den Zwergen Verflucht sein, so werden die Blutspritzer auf Randulfs Vorzimmerteppich wohl nie ganz verschwinden.

Ihr seid angehalten dafür zu sorgen, dass sein Opfer nicht umsonst war. Möge er für immer ein leuchtendes Beispiel für euch sein auch wenn ihr jetzt schon sein letztes Versprechen gebrochen und seinem letzten Wunsch nicht gefolgt seid.

 

Sneak Peak

Es hat sich ja lange nichts getan aber ich versuche mich zu ändern.

Hier gibt es ein kleines Bild das so in den letzten Tagen in meinem Kopf entstanden ist. Es handelt sich um ein Gebäude in Crossing. 😉wache

Stay tuned for more.

Cheers Markus

 

 

Changes

„Wie genau soll das funktionieren“, fragt Phi den Zwergenpriester. Ich habe zwar davon gehört, dass es Magie gibt die den Körper dauerhaft ändert, aber diese Art der Magie ist ziemlich teuer. Das kann ich mir leider nicht leisten“, meint sie betrübt.

Nun dieser spezielle Zauber ist etwas einfacher als zum Beispiel ein „Polymorph“. Der Grund ist, das ihr gestorben seid, was auch die Voraussetzung einer erfolgreichen Anwendung ist. Die Seele erinnert sich daran was sie einst war und wenn man den Zauber schnell spricht nachdem die betreffende Person Reinkarniert wurde hat man eine recht hohe Chance, dass man sich wieder in den zurück verwandelt der man einst war. Es ist ja auch nicht so das ich euch in einen Drachen oder in einen Troll verwandeln könnte. Nein ihr wart ein Halbling und werdet wieder einer sein“.

„Phi die während der Ausführungen den Atem angehalten hat stößt einen erleichterten Seufzer aus. Ja bitte verwandelt mich zurück sagt sie.

Ihr müsst euch noch etwas gedulden. Ich muss in meinem Turm die Zutaten zusammensuchen und dann mit meinen Brüdern noch zum Morgengebt gehen. Aber danach so Moradin will werde ich den entsprechenden Zauber für euch bereit haben“.

„Das passt perfekt. So lange brauchen wir sicher noch um Ranak über die Ereignisse zu Unterreichten die sich heute Nacht zugetragen haben. Und ich muss dann nicht mal in dieser Figur schlafen und mein Bett besudeln.

„Dann werde ich mich eiligst an die Vorbereitungen machen“, sagt der Priester und eilt davon.

„Nun das wäre dann ja schon mal positiv geklärt sagt Ranak. Aber jetzt würde mcih wirklich brennend interessieren warum ihr mich mitten in der Nacht aus dem Bett jagt. Dazu sollten wir uns zuerst in den Eiskeller begeben“, mein Violett. Mit dem der Leiche lässt sich einfacher erklären was uns widerfahren ist. Im Keller des Zwergenturmes angekommen öffnet Ranak eine mit Eiskristallen behangene Tür. Eisige Luft strömt aus dem Raum und kleine Wolken bilden sich vor euren Gesicherten und vertreiben zumindest vorerst die Müdigkeit der Nacht. Auf einem Eisblock liegt die geschundene Gestalt der Magd die die Party in die Falle im Keller gelockt hat. Phi und Violett erzählen wie sie von der Magd getäuscht wurden und vor allem Violett verfällt in Ausführungen darüber wie ihr Geist beeinflusst wurde und wie dies darauf hindeutet, dass diese scheinbar einfache Magd wohl eine Magierein ist.

Außerdem erzählt sie Ranak auch gleich von Ratlord und den Informationen die er ausgeplaudert hat. Bei den Diebstählen hört der knorrige Zwerg noch stoisch zu, aber als Violett davon erzählt, dass dieser Ratlord wohl mit jemandem in Kontakt steht, der alle Zwerge tot sehen will wird sein Blick eisern. „Und ihr seid euch sicher, dass dieser Ratlord mit den Hextorianern zusammenarbeitet“, fragt er Violett. Nach allem was wir wissen muss es so sein. Er hat ein persönliches Buch mit seinen Kontakten geführt in dem auch Nachrichten von Aton und Wieland drinnen waren. Es kann natürlich sein, dass jemand anderes euch loswerden will da Ratlord davon sprach, dass er viele Auftraggeber hat“.

„Nein nein“, sagt Ranak dessen Stimme nun schon vor Zorn bebt. „Das alles macht perfekt Sinn. Seit Wieland an der Macht ist, sind einige seiner Schäfchen zu Moradin gewandert, da sie mit den Methoden Wielands nicht einverstanden waren. Außerdem ist es Wieland seit jeher ein Dorn im Auge, das wir Zwerge eine eigene kleine Festung in der Stadt haben und eine eigene Garnison führen. Er hat bei einigen Stadtratssitzungen dafür opponiert, das uns das Privileg eines eigenen Militärs gestrichen wird, da das die Stadt und die Stadtwache schwach wirken lässt“. Dieser miese Sohn eines Tunnelschweins hat es schon immer auf uns abgesehen“, zischt Ranak zwischen zusammengepressten Lippen hervor. „Das wird ein Nachspiel haben. Ich werde im Stadtrat eine eingehende Untersuchung fordern. Dieses Pack muss hinter Schloss und Riegel gebracht werden.

„Während Ranak den Ausführungen folgt, fällt Phi`s Blick auf das lange blonde Haar der Magd. Nachdenklich nähert sie sich der Leiche und zieht es zur Seite. Ein vernarbtes, blau angelaufenes Gesicht kommt darunter zum Vorschein. Im trüben Licht der Kanalisation waren diese Merkmale nicht erkennbar aber jetzt sieht, Phi plötzlich ein völlig fremdes Gesicht vor sich. „Das ist nicht die Fallenstellerin“, stößt sie überrascht hervor. „Zumal ich mich jetzt erinnere, dass die Tussi von der Straße kurze Haare hatte, war auch ihr Gesicht sicher nicht so vernarbt“. Ranak und Violett blicken überrascht auf. „Wen hat die Ratte dann aufgeknüpft? Und wo ist die Schlampe die mich verhext hat?

„Vermutlich ist sie auch mit den Hextorianern im Bunde“, bebt Ranak. „Ich kenne zwar den Namen dieser Magd nicht, aber ich habe sie ein ums andere Mal bei uns am Markt gesehen. Sie arbeitet soviel ich weiß für den Bäcker oder zu mindestens wohnt sie in diesem Teil der Stadt.

„Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Zauberin mit den Hextorianern zusammenarbeitet“, meint Violett. „Die Typen verachten Magier als schwach oder maximal notwendiges Übel“. Wie dem auch sei. Wir müssen sie finden. Sie hat definitiv etwas mit den Überfällen der Untoten zu tun. Und falls es eine Verbindung zu den Hextorianern gibt müssen wir sie schnell finden. Wieland kann schon nur mit seinen Brüdern genug Schaden anrichten. Wenn er noch magische Unterstützung hat macht ihn das nur noch gefährlicher.

„Ich werde meine Leute in Alarmbereitschaft Versetzten“, sagt Ranak. Wir werden nichts überstürzen aber ich muss zumindest Shgall informieren. Falls ihr mehr herausfindet lasst es mich sofort wissen. Und wenn Garnichts anderes hilft, dann stürmen wir einfach den Tempel und nehmen sie alle fest. Eure priesterliche Freundin hat ja bestimmt das Mandat dazu“.

Von draußen sind Schritte zu hören und kurz darauf taucht das freundliche Gesicht, des Priesters auf. Als er den wütenden Blick Ranaks bemerkt zuckt er merklich zusammen aber dieser winkt ab. „Wir wären dann so weit“, meint er daraufhin schulterzuckend.

„Geht nur“, sagt Ranak immer noch mit einem Beben in der Stimme. „Ich denek wir sind hier fertig. Ich werde die notwendigen Schritte in die Wege leiten und erwarte ehest möglich einen Bericht von euch sobald ihr ausgeschlafen und ihr selbst seid. Ein bisschen Zeit werden wir wohl noch haben. So irre kann ja nicht mal Wieland sein das er am hellichten Tag losschlägt“, meint er grimmig.

„Wir werden euch nicht enttäuschen“, sagt Phi. „Ich stehe persönlich dafür ein dass den Zwergen kein Leid geschieht. Bei Clangedins Hammer. Das wird nicht passieren solange ich stehe“. Mit diesen finalen Worten folgen die beiden Freundinnen dem Priester hinaus aus dem Keller. Der Tempel für die Zwergengötter befindet sich direkt am Tor hinaus aus der Stadt. Violett muss durch den niedrigen Gang kriechen um sich nicht Schädel anzuschlagen. Der Gang führt in eine Kammer in dem sich die Zwerge allmorgendlich zum Gebet treffen. Durch eine Falltür gelangt man in eine tieferliegende Kammer in der, so erklärt der Priester, die wichtigeren Messen gefeiert werden. Von dieser Kammer geht ein Gang ab der mit einer bronzenen Tür gesichert ist. Phi kann zwar kein Dethek lesen, erkennt aber, dass es sich um das Sanktum des Tempels handeln muss. Dieses ist dann auch nur den Zwergen selbst vorbehalten.

Der Priester führt Phi durch einen weiteren Gang in eine kleine Kapelle. Violett die nicht gebraucht wird, beschließt im Sanktum zu beten. Am Ende des steil abfallenden Ganges findet sich Phi in einer aus dem Fels gehauenen Kapelle wieder. „Es braucht die Wurzeln der Erde um seine eigenen Wurzeln zu finden erklärt der Priester während er seinen Umhang ablegt und sich die traditionelle Schmiedeschürze umhängt. In die grob gehauenen Wände sind silberne Runen eingearbeitet die Dumathoin, dem Wächter der Geheimnisse unter dem Berg, geweiht sind. Die Luft ist rauchig und in einer Ecke steht eine rot glühende Esse.

„Ihr müsst leider eure Kleider ablegen“, sagt der Priester während er sich an einem Alkoven zu schaffen macht. Phi beginnt die Schnüre ihrer Tunika zu lösen und schichtet ihr Gewand samt ihrer Stiefel säuberlich am Eingang der Kapelle auf. Zwei weitere Zwerge, die offensichtlich nicht im Dienst der Kirche stehen da sie normales Alltagsgewand tragen, haben mittlerweile die Kapelle betreten. „Ich weiß es ist etwas ungewöhnlich, dass Laien dieses Ritual durchführen, aber in unserer kleinen Gemeinde gibt es nicht so viele die dem geistlichen Wohl dienen“, sagt der Priester lächelnd. Er hat mittlerweile eine Schriftrolle aus dem Alkoven geholt und eine Schüssel mit einer dunklen Paste bereitgestellt. „Kohle, fossile Knochen und Bier um die Verbindung von Vergangenheit und dem Jetzt noch fester zu machen“, meint er verschmitzt. Phi bekommt einen Tropfen der Tinktur auf die Zunge und dann beginnt der Priester unter leisem singen Symbole auf Phi’s Haut aufzutragen. Zu seiner klingenden Stimme mischt sich das melodische Summen der beiden Laien, die dem Priester nachdem er mit den Runen fertig ist seinen Hammer und eine Schmiedezange reichen. Während sie den Gesang fortführen, beginnt der Priester von der Schriftrolle zu lesen. Phi beginnt sich schummrig zu fühlen. Die Esse scheint immer mehr Hitze auszustrahlen und ihr ohnehin übermüdeter Körper wird durch den monotonen Gesang noch müder. Der Boden scheint plötzlich immer näher zu kommen und scheint zu einem kleinen Schläfchen einzuladen. Phi versucht krampfhaft die Augen offen zu halten, aber sinkt schlussendlich doch zu Boden und schläft ein………

 

Dwarf_Clerik

 

„Nun dann lieber Roland tut es mir leid aber ich muss euch trotzdem nochmal rausjagen bevor ihr euch ausruhen könnt“, sagt Ninon entschuldigend. „Wir brauchen schnellst möglich eine Brieftaube um eine Nachricht nach Triefwasser zu bekommen. Der Hohepriester muss über die Vorkommnisse unterrichtet werden. Ich werde einstweilen eine Nachricht verfassen und ihm sagen, dass wir zwar alles unter Kontrolle haben, ein wenig Hilfe aber trotzdem nicht schlecht wäre“. Roland der sich auch kaum noch auf den Beinen halten kann, seufzt, fügt sich dann aber seinem Schicksal. „Ich werde zu den Zwergen gehen. Bei denen kann man Brieftauben kaufen bei denen keiner mitliest“, gähnt er und verlässt das Zimmer. Corin hat bereits begonnen, die Schreibutensilien aus dem Gepäck zu graben und wartet mit gezückter Feder auf Lady Ansaris Zeilen. Noch bevor der Brief fertig ist, kommt Roland schon, mit leeren Händen zurück. „Wo ist die Taube“, fragt Ninon streng? „Bitte vielmals um Verzeihung aber die Zwerge scheinen ein kleines veterinärmedizinisches Problem zu haben“, sagt er mit niedergeschlagenen Augen. „Offenbar hat bei allen Tauben eine Art Mauser eingesetzt und sie können ohne Federn nicht fliegen“. „Bei Heironeus Arsch“, flucht Ninon. „Funktioniert in diesem blöden Kaff denn Garnichts? Das heisst wir müssen jetzt mit Shgalls persönlichen Tauben vorlieb nehmen und das bedeutet wieder mit seinem Sekretär zu sprechen. Pfft.. ich muss mich hinlegen. Den Typen halte ich nur ausgeschlafen aus“. Das gesagt knallt Ninon die Tür zu und wirft sich auf ihr Bett. Sie fällt in einen unruhigen Traum in dem sie sich plötzlich mit allen anderen auf dem Friedhof von Crossing wieder findet. Vor ihr liegt der Eingang zu einer Gruft und eine Zauberin die sie nicht kennt schickt sich gerade an in die Gruf hinunter zu steigen.

Ein dunkler Schatten liegt über der Gruft und der Geruch von Moder und Verwesung liegt in der Luft. „Stop“, ruft Ninon um die Fremde davon abzuhalten die Gruft zu betreten. Doch sie scheint sie nicht zu bemerken und Ninon kann nur hilflos zusehen wie die Magierin gefolgt von ihrer Gruppe in die Gruft hinabsteigt und verschwindet. Kurz darauf ist ein furchtbares heulen zu hören das abrupt abbricht. Es kehrt Stille ein und es scheint fast so als ob der Traum damit endet. Doch plötzlich wird die ganze Landschaft in Blutrotes Licht getaucht. Die Sonne scheint sich aufzublähen und sechs feurige Strahlen schießen aus ihr heraus. In einem letzten aufblitzen von Klarheit kann Ninon noch eine Gestalt erkennen, die aus der Gruft herauskriecht. Was sie sieht lässt sie bis ins Mark erschaudern. Es ist ihr animierter Leichnam der sich stöhnend einen Weg ins freie bahnt….

 

 

Es ist Mittag als sich die Abenteurer, ohne Phi, nach mehr oder weniger erholsamen Schlaf wieder im Schankraum der Seidenen Elfe treffen. Violett erzählt, dass die Zwerge sie nach Hause geschickt haben, da Phi sich noch von der Metamorphose ihres Körpers erholen muss. Unweigerlich kommt Ninon auf ihren Trau zu sprechen und stellt überrascht fest, das alle anderen denselben Traum hatten. Wobei es doch einen kleinen Unterschied gab. Der Leichnam am Ende des Traumes war jeweils immer die Person die geträumt hat. „Die Sonne mit den sechs Feuerstrahlen kann nur eines bedeuten“, flüstert Ninon. Hextor selbst hat uns ein Zeichen gesendet. Die Feuerstrahlen stehen für seine sechs Arme und die Sonne ist sein wachsames Auge das über uns steht. Was immer dieser Traum bedeutet. Ich bin mir sicher, dass wir uns den Friedhof genauer ansehen müssen“.

„Aber nicht ohne Phi“, wirft Violett sofort ein. „Wir sollten alle Ressourcen haben die uns zur Verfügung stehen. Wer weiß was am Friedhof lauert. Außerdem war diese Gruft von zwergischer Bauart. Vielleicht hat Ranak Informationen für uns die uns weiterhelfen“.

„Hat jemand von euch eine Ahnung was es mit dieser Magierin auf sich hat“, fragt Anderson während er sich gähnend durch seine zerzausten Haare fährt. „Was hatte sie in diesem Traum zu suchen“?

„Vielleicht war sie nur eine Metapher dafür, das was immer uns erwartet mit Magie bekämpft werden kann“, wirft Violett hilfreich ein. „Wohl kaum“, meint Ninon trocken. „Subtilität ist nicht gerade das was ich von meinem Gott erwarten würde. Nein ich denke das es wirklich um diese betreffende Person geht“. Da der Wirt gerade zufällig vorbeikommt fragt Ninon ihn ob noch andere Gäste kürzlich bei ihm eine Unterkunft gebucht haben. Tatsächlich hat der Wirt in dieser Woche noch ein Zimmer an eine junge Frau vergeben die von der Beschreibung her auf die Zauberin passt, die alle in ihrem Traum gesehen haben.

Noch bevor jemand sie aufhalten kann stürmt Violett die Treppe hinauf in Richtung des vom Wirt genannten Zimmers. Der Rest der Mannschaft folgt ihr auf dem Fuße und lässt den verdutzten Wirt im Schankraum stehen. Von oben ist ein lautes Krachen zu hören was den Wirt dazu veranlasst sich zu überlegen ob er nicht fix einen Schreiner für das Gasthaus anstellen sollte. Violett hat sich mit der Schulter voran durch die Tür geworfen. Als der Rest eintrifft schüttelt sie gerade die Zauberin wach die alle in ihrem Traum gesehen haben. Der überraschte Blick des Erkennens den sie der Party noch schlaftrunken zuwirft sagt alles. Und schnell wird klar, dass auch sie den gleichen Traum hatte. Nach einer kurzen, wenn auch etwas einseitigen Vorstellungsrunde der Party fragt Ninon die Frage die allen schon auf der Zunge brennt. „Wer seid ihr und was macht ihr hier“?

„Die bessere Frage ist was macht ihr in meinem Zimmer und in meinen Träumen“, kommt eine trotzige Antwort? „Ich bin nur auf der Durchreise nach Triefwasser. Das ist es was ich hier mache und ihr werdet jetzt auf der Stelle mein Zimmer verlassen. Das ist doch keine Art. Ich werde mich beim Wirt beschweren. So eine Frechheit einfach hier einzubrechen. Ihr solltet wenigstens warten bis ich salonfähig bin.“ Mit diesen Worten befördert die Zauberin die Party recht unsanft auf den Gang. Verdutz starren die Abenteurer einander an und bleiben aber brav wie gescholtene Kinder auf dem engen Gang stehen. Kurz darauf öffnet sich die Zimmertür wieder und die Magierin braust nun mit blauem Umhang und Lederwams bekleidet aus dem Zimmer. „Ihr werdet mich natürlich zum Frühstück einladen“, meint sie forsch. „Und könnte mir dann bitte jemand erklären was hier los ist“? Die Party begleitet die Magierin in den Schankraum und klärt sie dort über die letzten Ereignisse auf. „Was immer dieser Traum zu bedeuten hat, Hextor hat ihn sicher nicht ohne Grund gesandt“, schließt Ninon ihre Erzählung ab. „Wir müssen uns diesen Friedhof ansehen. Und ihr solltet uns tunlichst begleiten. Wer weiß was passiert wenn ihr dieser Vision nicht folgt“.

„Nun gut“, sagt die Magierin die nach einem guten Frühstück und einem Becher heißem Wein schon etwas entspannter wirkt. „Triefwasser läuft mir nicht davon und mich interessiert es auch was dieser Traum zu bedeuten hat. Lasst uns also aufbrechen und dem Friedhof einen Besuch abstatten“.

„Ihr werdet euch noch kurz gedulden“, sagt Violett. „Ich werde noch unsere Gefährtin hohlen. Sie musste …. geheilt werden und erholt sich noch bei den Zwergen. Wir treffen uns einfach in einer Stunde am östlichen Stadttor“.

„Ein guter Vorschlag“, pflichtet Ninon bei. „Wir werden uns noch mit Weihwasser eindecken“. Die ganze Sache schreit nach Untoten und ich möchte besser vorbereitet sein“. Man verabschiedet sich und alle bis auf Violett begeben sich zu den Pelorianern um dort Weihwasser einzukaufen. Dieses wechselt schnell und zu einem guten Preis den Besitzer. Außerdem legen die Priester noch ein Waffenöl drauf, das die Waffen der Gruppe für kurze Zeit noch effizienter gegen Untote macht. Danach begeben sie sich zum Stadttor…………

 

Phi wacht in einem niedrigen Raum auf der nach Waldmeister und Erde riecht. Sie liegt auf einem Strohlager und ist mit einer groben Jute Decke zugedeckt. Ein kleiner Ofen in der Ecke spendet Wärme und auf einem kleinen Tischchen hat jemand einen Krug mit Wasser und etwas Brot mit Zwiebeln zurückgelassen. Nun erst bemerkt Phi ihren Durst und schnappt sich einen Becher. Unweigerlich fällt ihr Blick auf ihre Hände. Die gelbliche Färbung ist verschwunden und auch die klauenbewährten Hände sind wieder filigranen Halblingshänden gewichen. Erleichtert atmet sie auf. Rasch zieht sie sich ihre alten Sachen über, die jemand auf einem groben Holzstuhl für sie bereitgelegt hat und begibt sich dann zu der massiven Eichentür die in die Wand eingelassen ist. Sie schwingt lautlos auf und Phi stößt fast mit Violett zusammen die gerade die Treppe heruntergeeilt kommt. „Da bist du ja wieder in halber Größe“, lächelt sie verschmitzt. „Ja und was für ein Pech das ist. Jetzt muss ich dir wieder in deine riesigen Nasenlöcher starren“, gibt sie schelmisch zurück. Das freundliche Geplänkel geht noch ein paar Minuten weiter bis Violett wieder ernst wird.

„Fühlst du dich in der Lage wieder mit uns auszuziehen oder willst du dich etwas von deinem Schock erholen“, fragt sie mitfühlend. Geistesabwesend greift sich Phi an die Stelle an der Ratlords Dolch in ihre Brust eingedrungen ist. Doch dann weicht die Angst aus ihren Augen. „Ich werde mich sicher nicht in irgendeinem Loch verkriechen“, meint sie. „Lass uns losziehen und ein paar Leichen daran erinnern, dass sie eigentlich liegen bleiben sollen“. Beide stoppen beim Verlassen der Zwergenfeste nochmals kurz bei Moradins Tempel um sich auch bei dem Priester zu bedanken. Da auch Ranak gerad dort ist, berichtet ihm Violett von dem Traum. Er scheint etwas unzufrieden, dass es nicht um die Hextorianer geht. Als ihm Violett jedoch das Gebäude aus ihrem Traum beschreibt ändert sich seine Miene schlagartig. Es scheint als ob es sich bei dem Gebäude um die Gruft eines Zwergenhändlers handelt. Er ist vor ein paar Jahren bei einem Goblinüberfall erschlagen worden. Da er ein sehr guter Freund Shgalls war wurde ihm zu Ehren ein kleines Mausoleum errichtet. Es enthält zwar nicht den Leichnam des Händlers, dieser wurde so wie es sich gehört in Birsigham bestattet. Aber es sind dort doch einige Dinge untergebracht die dem Zwerg wichtig waren. Ranak gibt Phi den Schlüssel zu der Gruft und bittet sie einen Blick hinein zu werfen. Er warnt beide vor den Fallen die nachträglich eingebaut wurden und gibt Phi außerdem zwei Runensteine die es ihr ermöglichen Untoten noch mehr Schaden zu machen. Außerdem steuert der Priester der Phi wieder ihre Gestalt gegeben hat noch ein paar Flaschen Weihwasser bei. Nun gut ausgestattet machen sich die Freundinnen auf zum gemeinsamen Treffpunkt.

 

Vom Stadttor aus geht es durch den nebeligen Morgen zum Friedhof der ein paar hundert Meter vor der Stadt liegt. Die Sonne ist noch nicht kräftig genug die Schwaden zu vertreiben und es herrsche ein gespenstische Stille als sich die Grabsteine aus dem Zwielicht schälen. Ninon übernimmt mit Anderson die Führung und gemeinsam schleicht die Gruppe über den Friedhof hin zu dem von Ranak beschriebenen Grab. Als sie sich der Stelle Nähern hören sie ein Röcheln und Schnaufen. Ninon lugt vorsichtig hinter einem moosbewachsenen Grabstein hervor und entdeckt einen Gouhl der schwankend vor dem Mausoleum des Händlers steht. Die Eingangstür ist aus den Angeln gerissen und an die Wand gelehnt. Als der Rest der Gruppe leise aufschließt steht der Gouhl plötzlich still und hebt seinen Kopf. Ein weiteres Schnaufen ist zu hören und ein böses Licht blitz in seinen Augen als er sich gierig der Party zuwendet. Ohne ein Geräusch zumachen stürmt der Gouhl auf euch los. Doch Anderson ist zur Stelle und erledigt ihn mit einem geglückten Schlag in den Magen der ihn nicht wieder aufstehen lässt. „Es scheint die Vision hat uns nicht getrogen“, flüstert Ninon. „Wir müssen uns das näher ansehen. Phi ihr seid die Leiseste. Schleicht bitte vor und schaut euch mal um“. Etwas unsicher fasst sich Phi doch ein Herz und schleicht zum Eingang. Kurze Zeit später taucht sie wieder aus dem Grab auf und deutet der Gruppe ihr zu folgen. Auf Bodenniveau befindet sich eine kleine Kammer. Den Polstern am Boden und dem Relief mit Moradin an der Wand nach zu urteilen handelt es sich um eine Art Andachtsraum. In den Boden wurde mit einem großen Hammer ein Loch geschlagen und überall liegt zerschlagener Marmor. An einem großen Stahlanker hängt ein verknotetes Seil, das in die Tiefe führt. Von unten sind schabende Geräusche und das eine oder andere Stöhnen zu hören. Mit den Fingern deutet Phi den anderen leise zu sein und lässt sich dann an dem Seil hinunter. Am Boden angekommen stolpert sie fast über einen weiteren Gouhl. Er wurde von mehreren Bolzen durchlöchert als er eine der Fallen der Gruft auslöste. Ein in den Felsen gehauener Gang geht von dem Loch weg und verschwindet nach wenigen Schritten in der Dunkelheit. Plötzlich sind dröhnende Schläge zu hören und ein röcheln und gurgeln ertönt gefolgt von einem weiteren dröhnenden Schlag, der das gurgeln abrupt abbrechen lässt.

`Das war dann wohl die Summon Monster Falle die hier ausgelöst wurde`, schießt es Phi durch den Kopf. Sie klettert wieder das Seil hoch und berichtet ihrer Gruppe was sie gefunden hat. „Ich werde voran schleichen und euch sagen was ich finde“, flüstert Violett. „Meine Augen haben mit der Finsternis kein Problem. Haltet einfach eure Lampen bereit und macht sie an sobald ich auch das Zeichen gebe“. „Was ist das Zeichen“, fragt die Zauberin neugierig. „Im schlimmsten Fall mein Blut das euch ins Gesicht klatscht“, grinst Violett und schwingt sich am Seil hinunter. Die anderen kichern und folgen ihr in die Tiefe. Violett sieht sofort, dass der Gang in eine weitere Kammer führt. Eine weitere Marmorplatte ist dort in den Boden eingelassen und wird von zwei Gouhlen mit Kriegshämmern bearbeitet. Außerdem steht dort noch eine sehr bleiche Elfe die die Anstrengungen der Gouhle dirigiert. Nachdem der Rest der Gruppe herunter gestiegen ist erklärt Violett kurz das gesehene. „Ich schlage einen schnellen Überraschungsangriff vor“, flüstert Phi. „Wir nutzten einfach den Umstand, dass es finster ist und blenden sie. Ehe sie etwas bemerken haben wir sie niedergerungen“. Der Plan scheint sinnvoll und Ninon, Corin und die Magierin beginnen leise Lichtzauber vorzubereiten. Sie werden gleichzeitig fertig und gleißendes Licht durchströmt die Kammer.

Die Gouhle und die Elfe greifen sich geblendet an die Augen und die Gruppe nutzt die Gelegenheit für einen schnellen Angriff. Weihwasserflaschen fliegen durch den Raum und Phi benutz ihren Runenstein um die Elfe, die offensichtlich die größte Gefahr ist schnell auszuschalten. Unterstützt wird sie von Anderson, der seine Waffen mit dem Öl der Pelorianer behandelt hat und ebenfalls die Elfe als den gefährlichsten Gegner identifiziert hat. Die beiden Gouhle gehen schon in der ersten Runde zu Boden. Doch die Elfe scheint aus härterem Holz geschnitzt zu sein. Sie wirft euch aus toten glasigen Augen einen wütenden Blick zu eine unnatürlich lange Zunge leckt über ihre Lippen. Was der Gruppe auch sofort auffällt ist ein kryptisches Symbol, das die Elfe auf ihrem Kopf trägt. Sie reist ihre Waffe aus der Scheide und attackiert Anderson und Phi mit wütenden Schlägen. Nun stürzt auch Violett und Roland heran und beginne gemeinsam die Elfe zu bearbeiten. Zwar teilt diese kräftig aus. Die große Anzahl der Gegner beginnt aber ihre Wirkung zu zeigen und sie wird sukzessive gegen die Wand gedrängt. Ihre Angriffe werden immer schwächer und die Wunden die die Party ihr zufügt schließen sich auch nicht mehr so schnell wie am Beginn des Kampfes. Ein wuchtiger Schwinger von Violetts Greataxe schlägt ihr schließlich einen Arm ab. Sie zischt schmerzerfüllt und wütend auf. Dann schließt sie ihre Augen und plötzlich ist alles Licht weg sodass nicht einmal mehr Violett etwas sehen kann. Die Gruppe hört Hufgetrappel und plötzlich ist auch das Licht wieder da. Von der Elfe ist nichts mehr zu sehen aber ein leichter Schwefelgeruch liegt in der Luft. „Verdammte Dämonenanbeter“, flucht Ninon. „Das blöde Weib hat bestimmt ein magisches Portal beschworen und ist abgehauen“. Schnaufend stehen Anderson und die leicht verletzte Phi vor der nun leeren Wand. Violett packt ihre Axt weg und beginnt sich umzusehen. Die Marmorplatte am Boden scheint die Versiegelung der eigentlichen Gruft zu sein. Die Gouhle dürften schon einige Zeit daran gewerkt haben, konnten sie aber bis jetzt nicht durchdringen. „Ich frage mich was die hier wollten“, sagt sie während sie die Marmorsplitter etwas zur Seite schiebt. Erst jetzt fällt allen die unscheinbare Holzkiste auf, die neben den Gouhlen am Boden steht. Eine kurze Untersuchung zeigt, dass keine Fallen auf der Kiste angebracht sind. Als Phi sie öffnet funkelt und leuchtet es. Auf einem kleinen Berg Platinmünzen liegt ein mit Obsidian besetztes Amulett und außerdem noch der Femur eines Menschen der mit „Draconic Runes“ verziert ist. „Es wirkt so als ob das Grabräuber gewesen wären“, meint Ninon nachdenklich. „Aber das macht keinen Sinn. Warum sollten Untote ein Grab ausrauben. Was haben die von Gold und Edelsteinen. Die bringen ihnen doch nichts“. „Nun ja der Knochen und das Amulett sind offensichtlich magisch und verströmen einen böse Aura“, mischt sich die Magierin ein. „Magie ist auf jeden Fall etwas das auch Untote gebrauchen können“. „Wir sollten das Grab öffnen und nachschauen was drinnen ist. Das könnte uns einen Hinweis geben“, sagt Anderson.

„Auf keinen Fall“, brüllt Phi. „Das wäre Grabschändung. Wir können einen der Zwergenpriester fragen ob wir den geistlichen Beistand bekommen um dies durchzuführen aber ihr rührt hier nichts an“. „Aber es ist doch ein leeres Grab“, meint Anderson entgeistert ob Phi’s Ausbruch. „Trotzdem“, sagt Phi und verschränkt die Hände. „Hier geht es um Tradition. Ich verlange nicht dass ihr es versteht, nur das ihr es akzeptier“. Anderson blickt sich hilfesuchend zu den anderen um aber auch die zucken nur mit den Schultern. „Na gut dann gehen wir wohl wieder zu Ranak“, meint Anderson schließlich resignierend.

„Hat einer von euch das Symbol erkannt das die Tussi auf der Stirn hatte“, fragt Violett. Alle schütteln fragend den Kopf. „Das wäre dann wohl auch etwas, das wir die Zwerge fragen könnten“. Die Abenteurer beschließen wieder in die Stadt zurück zu kehren und Ranak zu berichten was sie herausgefunden haben. Ninon wirft, während sie das Seil hinaufklettert auch das Thema der erkrankten Brieftauben auf.

Als die Party wieder aus der Gruft begrüßt sie warmer Sonnenschein. In der Mitte des Friedhofes sitzt ein Mann in grüner Robe der mit einem Birkenstock über die Beine gelegt zu meditieren scheint. Ein Steinadler sitz auf einem Grabstein in seiner Nähe und hebt interessiert den Kopf als ihr aus der Gruft tretet…………….

 

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Chapter 3

„Wie soll einer von uns da rauf kommen“, fragt Phi Ninon. „Die Wände sind glitschig und an Überhängen zu klettern stelle ich mir nicht einfach vor“. „Irgendwie muss sie ja da rauf gekommen sein und ich kann mir nicht vorstellen, dass die Ratten sie da oben festgebunden haben“, meint Ninon nachdenklich während sie nach einer Aufstiegshilfe Ausschau hält. „Ich glaube ich habe eine Lösung für dieses Problem“, ruft Anderson von der Bettstatt herüber wo er noch immer den Inhalt der Holzkiste untersucht. „Zwischen den ganzen Kunstgegenständen war auch dieser Ring versteckt. Er ist offensichtlich magisch denn er hat sich gleich meinem Finger angepasst. Außerdem klebt mein Hammer jetzt an meiner Hand fest wenn ich den Ring aufziehe. Ich glaube es ist ein Spinnenring. Damit kannst du die Wand praktisch hochlaufen“. Phi ist wieder in ihrem Element und streift den Ring über den sie sofort ausprobieren möchte. Auf allen vieren Steigt sie die Wand hoch nur um sicher zu gehen, das die Magie ihr zusätzliches Gewicht halten kann. Dann klettert sie an der Decke bis zu der Stelle, wo die Blondine aufgeknüpft ist. Das Seil das dazu notwendig war, wurde durch mehrere Ösen geführt die an der Decke befestigt sind, und verschwindet dann auf Augenhöhe in der Wand neben dem Bassin. Phi will auch einen kurzen Blick in das Loch an der Decke werfen, doch der bestialische Gestank der von ihm ausgeht treibt sie zurück. Nach allem was sie heute durchgemacht hat und auch in Anbetracht dessen, das ihre Gruppe ziemlich fertig ist, wird es wohl besser sein die Entdeckungstour auf später zu verschieben wenn alle ein Mütze voll Schlaf und ein gutes Frühstück hatten. Vorsichtig klettert sie wieder von der Decke herunter und schneidet das Seil an der Stelle durch an der es in die Wand geht. Danach lässt sie die Magd langsam herunter wo sie Roland in Empfang nimmt. Anderson der nun auch gesehen hat, dass das Seil hier in die Wand geht, fragt Phi ob sie vielleicht nach einer Geheimtür suchen möchte die an dieser Stelle verborgen sein könnte. Phi stimmt zu und zieht auch Violett zu Rate, die aufgrund ihrer zwergischen Herkunft ein Auge für Steinarbeiten hat. Nach einer halben Stunde intensiver Suche, kann Phi schlussendlich einen schmalen Saum an der Wand erkennen, der wie eine Tür aussieht. Mit einem kleinen Hammer klopft sie die Wand ab und erfährt dadurch, dass sich auf der Hinterseite ein Hohlraum befindet. Einer der Ziegel an dieser Wand lässt sich lösen und gibt den Blick auf eine Türschnalle frei. Phi setzt dazu an nach Fallen zu suchen aber Ninon hält sie zurück. „Ich glaube das verschieben wir auf später“, sagt sie mit einem Gähnen. „Wir können uns alle kaum noch auf den Beinen halten und wer weiß ob dieser Raum leer ist. Bei unserem Glück ist da noch ein Rattenschwarm oder noch mehr Untote drinnen. Wir verdecken die Tür mit Unrat und kommen später wieder vorbei wenn wir ausgeruht sind“. Phi will gerade den Ziegel wieder vor der Schnalle anbringen als ihr eine Idee kommt. Sie nimmt das Hemd der Wehrratte mit dem sie das Kontaktgift von der Kiste gewischt hat, und schmiert dieses Gift auf die Türschnalle. „Das sollten wir dann aber nicht vergessen“, meint sie und wirft einen zufriedenen Blick auf ihre Arbeit. „Aber so ist gesichert, dass jemand anderes der von dieser Tür weiß sie nicht unbeschadet öffnen kann“. Danach bringt Phi den Ziegel wieder an und gemeinsam mit den anderen, verfrachtet sie noch einen großen Haufen Abfall von der Seite des Bassins vor die Tür.

Danach begeben sich alle den Gang hinaus zurück zur Abzweigung wo sie den letzten Kanaldeckel gesehen haben. Violett ist die Erste die die rostige Metallleiter hinaufklettert der wohl am Vorplatz des Rathauses liegen muss. Mit einem kräftigen Ruck schiebt sie den schweren Steindeckel zur Seite. Von der Straße darüber ist kein Geräusch zu hören was klar ist da um 4 Uhr früh niemand mehr unterwegs sein sollte. Violett steigt hinauf und sieht das ihre Einschätzung richtig war uns sie hinter der Festtribüne herausgekommen ist. Ein paar betrunkene schlafen direkt auf den Bierbänken ihren Rausch aus aber abgesehen davon ist es ruhig und niemand ist zu sehen. Violett nimmt ihr Seil an der jetzt kein Enterhaken mehr hängt und lässt es in den Kanal hinunter, wo Phi den Leichnam der blonden Magd geschickt an dem Seil befestigt. Mit ein paar kräftigen Zügen hat Violett die Leiche heraufgezogen und lässt das Seil nochmal hinunter um den Büchersack den Anderson immer noch mit sich herumschleppt zu bergen. „Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass man aus dieser Soße noch irgendein Buch wieder zusammenflicken kann“, sagt Violett als sie schlussendlich den nassen Sack auf das Kopfsteinpflaster der Straße klatschen lässt. „Ihr würdet euch wundern was man mit Magie so alles reparieren kann“, sagt Ninon die sich als nächstes aus der Kanalöffnung zwängt. Zumal es gar nicht unbedingt notwendig ist die Bücher komplett wiederherzustellen. Es reicht schon nur die Buchdeckel wieder ganz zu kriegen um mehr über den Inhalt der Bücher und vielleicht dessen Besitzer zu erfahren“. „Nun ihr seid der Magieanwender hier“, sagt Violett mit einem Schulterzucken. „Was passiert jetzt mit der Leiche? Wir können sie wohl schwer bei uns in den Schrank legen“.

„Ich werde sie zu Ranak bringen“, sagt Phi die ebenfalls bereits die Leiter erklommen hat. „So wie ich das sehe sind in dieser Stadt die Zwerge die einzigen denen man irgendwie noch vertrauen kann. Aber ihr Violett müsstet mich bitte begleiten. Ich könnte mir vorstellen dass die Zwerge etwas unrund werden wenn ein Bugbear mit einer Leiche mitten in der Nacht an ihre Tür klopft. Es wird eine Zeit dauern bis dieses neuen Gesicht dasselbe Vertrauen in der Stadt hat wie mein altes“. „Gut machen wir das, aber dann geht’s ab ins Bett“, gähnt Violett. Die Gruppe verabredet sich dazu bis mittags zu schlafen und sich dann zu einem kräftigenden Essen in der Schank zu treffen….

 

Phi und Violett stapfen den Weg vom Rathaus in Richtung der Zwergenfeste und haben den Leichnam zwischen sich genommen. Das Zwergenviertel selbst ist von einer Steinmaure umgeben in die ein eisenbeschlagenes Tor aus geteertem Lärchenholz eingelassen ist. Im Unterschied zum Stadttor brennen hier keine Fackeln was auch wenig verwunderlich ist das Zwerge bei Dunkelheit genauso gut sehen wie bei Tag. Auch Phi hat durch ihre neue Gestalt nun die Fähigkeit im Dunklen zu sehen und beobachtet Aufmerksam das Tor. Ihre Ankunft wurde offensichtlich bemerkt denn noch bevor sie am Tor klopfen können werden sie schon von einer Wache angerufen die mit gespannter Armbrust an einem Pförtnerfenster steht. „Was willst du hier Kreatur und was schleppst du da in der Dunkelheit herum“, fragt die Wache misstrauisch. Als er jedoch die Zwergin neben dem Bugbear auftauchen sieht entspannt er sich merklich. „Ihr müsst eine der Abenteurerinnen sein die in die Stadt gekommen sind“, sagt die Zwergenwache. „Ranak hat erzählt das eine Zwergin der Gruppe angehört die Crossing aus der Patsche helfen soll. Wie kann ich euch helfen“. Zuerst wäre es nett wenn ihr die Armbrust runternehmt“, sagt Violett und deutet auf die noch immer auf sie gerichtete Schusswaffe. „Und dann würden wir gerne mit eurem Kommandanten sprechen. Es gibt einiges was er erfahren muss und wir haben hier eine frische Leiche die ein sicheres Plätzchen braucht. Wir müssen wer sie ist denn sie hat uns in eine Falle gelockt und wollte uns umbringen“, stoppt Violett den Zwerg bevor er einen Alarmschrei machen kann. „Ich bürge mit meiner Zwergenehre dafür, dass sie uns angegriffen hat. Zumal wir nicht einmal die waren die sie getötet haben. Aber ich würde mich wirklich gerne mit Ranak darüber unterhalten, denn es gibt wichtige Dinge die er wissen sollte“. „Aber euer Helferlein hier bleibt draußen“, sagt der Zwerg mit einem Seitenblick auf Phi. „Versteht mich nicht falsch aber ich kenne dieses Gesicht nicht und ich will verdammt sein wenn während meiner Wache ein unbekannter Riesengoblin in meiner Burg herumläuft“. „Holt einfach Ranak“, sagt Violett nun schon etwas ungeduldiger. „Wir können dann alles erklären“. „Die Wache wirft Phi noch einen drohenden Blick zu und verschließt dann das Pförtnerfenster. Phi und Violett müssen eine halbe Stunde warten bevor sie hinter der Tür wieder Schritte hören. „Vermutlich war Ranak länger am Fest und musste erst geweckt werden“, flüstert Phi. „Dann hoffen wir mal, dass er keinen Kater hat“, gibt Violett zurück. Die Schlupfpfort öffnet sich und ein schwer gerüsteter Zwerg mit Hellebarde tritt heraus gefolgt von Ranak der ein finsteres Gesicht macht. „Was wollt ihr ihr hier mitten in der Nacht“, fragt er mürrisch. „Und warum zerrt ihr eine Leiche und einen Ork vor meine Tür“? „Zunächst mal ist das kein Ork sondern Phi der ein magischer Unfall passiert ist“, beginnt Violett. Und die Leiche gehört, pardon gehörte zu einer Gruppe die die Zwerge aus der Stadt treiben wollte. Hab ich jetzt eure Aufmerksamkeit“, fragt Violett keck. „Ihr seid der kleine Halbling“, fragt Ranak ungläubig. „Was ist euch wiederfahren das ihr so herumlaufen müsst. Hat euch die Hextorianerin verflucht“? „Nein nichts dergleichen“, sagt Phi die versucht ihr schönstes Lächeln aufzusetzen. Hinter Ranak zieht die Wache ihre buschigen schwarzen Augenbrauen zusammen und ihre Hellebarde fester. „Aber es wäre mir sehr recht wenn wir diese Unterhaltung irgendwo fortsetzten wo es eine Sitzgelegenheit gibt. Wir sind schon die ganze Nach auf den Beinen und würden uns gerne irgendwo hinsetzen“. Jetzt bemerkt Ranak auch die Verletzungen an Phi’s und Violetts Körper und bittet sie Eiligst herein. Er schickt den Wächter mit der Armbrust los um die Leiche in einem kühlen Keller zu verstauen und um einen Priester zu holen, der sich um die Wunden seiner beiden Gäste kümmern kann. Dann führt Ranak sie zu einem der Türme die in der Zwergenfeste stehen in dem seine Büro und Schlafräume untergebracht sind. Nachdem die zwei Freundinnen sich auf einer alten abgewetzten Eichenbank niedergelassen haben und von einer jungen Zwergin einen heißen Apfelwein bekommen haben, setzt sich auch Ranak zu ihnen an den Tisch. „Bevor ihr mir alles erzählt, möchte ich zuerst wissen was mit eurer Gefährtin hier passiert ist“, beginnt Ranak das Gespräch. Phi die sowieso schon müde war und der jetzt auch noch der Apfelwein wohlig warm in die Glieder fährt gähnt herzhaft. „Ich bin gestorben“, sagt sie dann. „Eine Wehrratte in der Kanalisation hat mich niedergestochen und ich war tot. Aber dann hat Ninon Hextor angerufen mich zurück zu bringen und wurde offensichtlich erhöht. Leider war es aber keine Wiederbelebung sondern eine Reinkarnation die auf mich gewirkt hat und offensichtlich war diese Gestalt hier für mein nächstes Leben vorgesehen“. „Und ihr müsst jetzt für immer so bleiben“, fragt Ranak während er gleichzeitig einen Mann mit Schmiedeschürze hereinwinkt der wohl der gerufene Priester ist. „Ich kenne mich mit Magie nicht wirklich aus“, erzählt Phi weiter und zuckt zusammen als der Zwergenpriester eine ihrer Wunden mit Alkohol desinfiziert. „Aber ich denke meine Tage als flinker kleiner Halbling sind vorbei“. „Nicht zwangsläufig“, mischt sich da plötzlich der Priester ein. „Wir hatten selbst so einige Probleme mit Druiden und ihren Zaubern und ich glaube ich könnte euch helfen“, sagt der weißbärtige Zwerg mit freundlicher Stimme…………………

 

In der Seidenen Elfe angekommen fällt Anderson wie vom Blitz getroffen ins Bett und hört und sieht nichts mehr. Er kann auch beruhigt schlafen denn offensichtlich hat der Wirt sich Securities besorgt die im und um das Haus patrouillieren damit es nicht nochmals böse nächtliche Besuche gibt. Trotzdem verprügelt Roland nochmal alle Kleidung in seinem Schrank nur um sicher zu gehen. Corin hat eintweilen den Kodex aus der Reisekiste gezogen und Liest Ninon nun die für sie relevanten Stellen vor, während diese sich ihrem vom Kanal verdrecken Gewand entledigt und in einen Waschzuber steigt, den ihr eine verschlafene Magd mit heißem Wasser befüllt hat.

 

„Grundsätzlich habt ihr immer die Möglichkeit bzw. das Recht Wieland zu einem Ehrenduell herauszufordern“ beginnt Corin zu lesen. Dabei bringst ihr eure Anschuldigungen gegen ihn vor und er kann sie entweder akzeptieren oder mit euch kämpfen wobei der Beschuldigte die Wahl hat zu entscheiden ob bis “First Blood”, Bewusstlosigkeit oder Tot gekämpft wird. Danach steht euch der Posten der Führerschaft automatisch zu, da ihr euch als die Stärkere erweisen habt, und ihr könnt mit der restlichen Belegschaft verfahren wie ihr wollt

Rein hierarchisch seid ihr Wieland gleich gestellt. Ihr seid der offizieller Ermittler der Kirche Hextors und er ist der Abt des örtlichen Tempels. Da eure Untersuchung aber nicht den Tempel selbst betrifft sondern nur allgemein der Ausmerzung von Schwäche gilt seid ihr eben nicht höher als er. Ihr könnt ihn allerdings dazu auffordern zu den Anschuldigungen vor einem höheren Gremium Stellung zu nehmen. Dann würde sein Stellvertreter (das ist in diesem Fall der Bibliothekar) seine Agenden in der Stadt übernehmen und ihr und Wieland müsstet euch nach Triefwasser begeben.

Die wirklich radikalste Lösung wäre es den Tempel beim Stadtvogt der Korruption zu beschuldigen. Dann könnte dieser die Hextorianer gefangen nehmen lassen und ebenfalls dem kirchlichen Gericht überstellen. Ihr könnt ihn mit diesen Befugnissen ausstatten, da ihr zwar in der Hierarchie mit Wieland gleich stehst, aber gegenüber dem Stadtvogt das höhere Weisungsrecht habt. Shgall darf allerdings die Hextorianer nur dazu auffordern sich freiwillig zu ergeben. Tun sie das nicht sind ihm die Hände gebunden weil er sich hier auf ein Terrain wagen würde wo er mit der Kirche Hextor in direkten Konflikt tritt was, wenn deine Anschuldigungen sich als haltlos herausstellen, für ihn zu schweren politischen Problemen führen würde. Im schlimmsten Fall zettelt er damit einen Krieg an. Hier könntet ihr ihn nur damit unterstützen, dass ihr die volle Verantwortung übernehmt und dem Tempel schwere Verfehlungen vorwerft. Allerdings müsst ihr dann alles genauestens überwachen. Denn das gibt Shgall praktisch einen Freibrief gegen die Hextorianer vorzugehen. Er darf ihnen zwar grundsätzlich kein Leid antun, aber wie ihr selbst gesagt habt fallen Leute gerne die Treppen hinunter oder stolpern in ihr eigenes Schwert…..

Was im Kanal geschah! Part 4 of 4

Der vorher so behäbige Leichnam stürzt sich wie vom Blitz getroffen auf die Gruppe und brüllt dabei laut: „Für Hextor“. Der erste wuchtige Hieb mit der Dire Flail trifft Roland völlig unvorbereitet der diesen Ruf eher aus seinen eigenen Reihen erwartet hätte. Nur Phi hat ihre Nerven behalten und feuert auf eine der Riesenratten die aus dem Kanal hinter der Gruppe aufgetaucht sind. Während auch Ninon und Corin noch wie gebannt dastehen, stürmt Anderson schon mit gezücktem Hammer auf Ratlord zu. Dieser kann nicht mehr rechtzeitig ausweichen und der Hammer trifft ihn mit voller Wucht in den Rippen. Mit schmerzverzerrtem Gesicht tritt er einen Schritt zurück und zieht ein Kurzschwert und eine böse funkelnden Dolch. Dann verschwindet er wie von Geisterhand im Schatten. „Swordsage“, knurrt Anderson der diese Technik genannt Shadowjump aus Büchern kennt die er über diese Art von Kämpfern gelesen hat. Anderson hört einen langen spitzen Schrei hinter sich und dreht sich um. Ratlord ist auf der anderen Seite des Bassins wieder aufgetaucht und hat seinen Dolch tief in Phis Seite gerammt. Mittlerweile sind auch die Ratten aus dem Kanal heran und beginnen Ninon und Corin zu attackieren. Ninon ignoriert die kleinen Plagegeister und wendet sich einer Größeren Gefahr zu. Die Knochenratten auf der Decke über dem Raum machen sich nämlich zum Sprung bereit und Ninon reist abwehrend ihr heiliges Symbol in die Höhe. „Bei Hextor bleibt zurück ihr finsteren Kreaturen“, ruft sie voller Inbrunst während die Macht ihres Gottes sie durchströmt. Und wirklich krallen sich die Knochenratten wie von Sinnen an der Decke fest und trauen sich nicht auch nur einen Zentimeter näher zu kommen. Da diese Gefahr fürs erste gebannt scheint wendet sie sich wieder dem Kampf am Boden zu. Violett und Roland sind damit beschäftigt der Rüstungstragenden Gouhl in handliche Stücke zu verarbeiten während Corin der mittlerweile keine Zauber mehr hat mit seinem Langschwert auf die Ratten vor ihm einprügelt. Phi scheint sich nach der ersten Überraschung gut gegen Ratlord zu halten und so konzentriert Ninon sich wieder auf die Ratten vor ihr. Anderson will schnell wieder zur Gruppe aufschließen um ihnen beizustehen. Als er sich gerade anschickt den Weg den er gekommen ist zurück zu laufen, raschelt es im Misthaufen neben ihm. Heraus kommt die geschuppte Riesenratte die er schon zuvor gesehen hat. Sie hat aber wohl ihre Schwester geholt den plötzlich springt Anderson ein weiteres dieser hundegroßen Biester an und vergräbt seine säuretriefenden Zähne in seinem Oberschenkel. Anderson fasst seinen Hammer fester und lässt ihn auf die schon verletzte Ratte niedersausen. Ein lautes Knacken ist zu hören und die Ratte zuckt noch einmal bevor sie zur Seite kippt und sich nicht mehr rührt. Mit einem beidhändigen Hieb ihrer Streitaxt ist es auch Violett mittlerweile gelungen die Rüstung des Hextor Gouhls zu knacken und sie lässt den nun leblosen Körper unbeachtet liegen. Sie überlegt kurz ob sie Anderson zur Hilfe kommen soll oder sich lieber ins Getümmel mit den anderen Ratten stürzen soll aber ein weiterer Schrei von Phi nimmt ihr die Entscheidung ab und lässt ihr das Blut in den Adern gefrieren. Der wütende Angriff von Ratlord hat Phi immer weiter in die Ecke getrieben und sie kann den meisten Schlägen nur dank ihrer hohen Geschicklichkeit ausweichen. Plötzlich ändert Ratlord die Richtung seiner Attacke und holt mit seinem Kurzschwert zu einem wuchtigen Überkopfhieb aus. Phi bringt ihren Dolch hoch um die Attacke zu parieren. Zu spät bemerkt sie die Finte und Ratlords Dolch bohrt sich tief in ihre Schulter. Sämtliche Kraft schwindet aus ihrem Waffenarm und von der anderen Seite des Bassins kann Violett nur hilflos zusehen wie ihre Freundin vom Kurzschwert der Wehrratte von Schulter bis Bauchnabel aufgeschlitzt wird. Schmerz und Überraschung sind in Phi’s Augen zu sehen, und sie kippt nach vorne um und bleibt leblos liegen. „Dafür wirst du bezahlen“, schreien Roland und Violett wie aus einem Munde und stürmen auf die Wehrratte zu. „Ich glaube nicht“, grinst Ratlord während seine Haare und seine Zähne länger werden und ihm ein langer dicker Rattenschwanz wächst. Er hat die kleine Pause genutzt um sich in seine Hybridform zu verwandeln was ihn zu noch einem formidableren Gegner macht. Trotzdem werfen sich Violett und Roland mutig in den Kampf. Ninon die gesehen hat wie ihre Freundin gefallen ist ruft Hextor um Hilfe an und bittet ihn Phi’s Wunden zu schließen. Aus dem Äther hört sie eine tiefe Stimme sagen: „ Hextor kann doch niemanden heilen der sich so dem Chaos verschrieben hat“. Offenbar hat der Kampf tatsächlich das Interesse eines der Diener Hextor geweckt. „Aber sie hat im Namen der Kirche ihr Blut gegeben und mutig gekämpft“, schreit Ninon während sie die Klauen einer Ratte ausweicht. „Ihr müsst ihr helfen“. „Gewinnt erst mal diesen Kampf“, hört Ninon die dunkle Stimme sagen bevor die mystische Verbindung abbricht.

Anderson hat derweilen auch seine liebe Mühe mit der geschuppten Riesenratte fertig zu werden. Sie weicht immer wieder geschickt seinen Schlägen aus und die vielen Blutflecken auf Andersons Robe sind Zeuge der Aggressivität mit der die Ratte kontert. Anderson beginnt sich zu konzentrieren und greift auf die Lehren seines Ordens und seiner Ausbildung zurück. Er fokussiert sich auf seinen Schmerz und seine Wut und lässt beides in seinem inneren Aufbrodeln. Mit einem befreienden Schrei legt er die ganze angestaute Energie in seinen nächsten Schlag. Die kühne Attacke überrascht die Riesenratte völlig und sie sinkt mit eingeschlagenem Schädel zu Boden. Violett und Roland haben derweilen alle Hände voll zu tun sich der Wehrratte zu wieder setzten deren geschickte Schläge immer wieder Rolands Deckung durchdringen. „Wenn das so weiter geht kämpft ihr bald alleine“, stößt er zwischen zusammengepressten Zähnen hervor als Ratlord ihm erneut einen tiefen Schnitt an der Hüfte beibringt. Glücklicherweise haben Corin und Nion mittlerweile die letzte Ratte vor ihnen zu Mus verarbeitet und unterstützen nun Violett und Roland der schon aus unzähligen Wunden blutet bei ihrem Kampf gegen Ratlord. Die Ankunft von Anderson wendet das Blatt vollständig zu ihren Gunsten und es ist schließlich Violett die der Wehrratte den Todesstoß versetzt. Der restliche Kampf mit den Knochenratten ist ein äußerst einseitiges Massaker. Dies können sich Nions Macht nicht entziehen und beginnen von der Decke zu regnen. Am Boden werden sie schon von der restlichen Gruppe erwartet die kurzen Prozess mit den filigranen Plagegeistern machen.

Ninon stürmt zu Phi und dreht sie auf den Rücken. Was sie sieht bestätigt ihren Verdacht. Die Wunden von Phi waren zu tief und die kleine Diebin ist schon längst tot. Verzweifelt hebt Ninon ihre Hände zum Gebet und schreit in den Äther. „Wir haben gewonnen. Wir haben einen Schandfleck von der Seele der Kirche Hextor getilgt. Wir haben bewiesen, dass wir die Stärkeren sind. Bitte Herr über Macht und Stärke. Oh großer Tyrann der du dereinst über diese Welt herrschen und ihr Ordnung bringen wirst. Nimm diese würdigen Gegner als dein Opfer an. Nimm unser Blut das wir in deinem Namen vergossen haben als Opfer an. Schenke neues Leben wo es unrecht genommen wurde“. Während Ninon inbrünstig betet spüren die anderen wie sich die Magie rund um sie zu verdichten beginnt. Wie aus dem nichts beginnt ein leichter Wind zu wehen und die Fackeln an der Wand beginnen zu flackern. Ninon spürt die Magie um sich und beginnt sie durch sich zu kanalisieren. An ihrem Apex gibt es einen Blitz und Donnerschlag und eine helle melodische Stimme die ihr alle diesmal hören könnt sagt: „Ich gebe euch ihre Seele zurück“. Als sich die Nachwirkungen des Blitzes verziehen und ihr wieder sehen könnt sitzt an dem Platz wo zuvor Phi’s Leichnam gelegen hat ein Bugbear nackt auf dem Boden. Alle schauen sehr verdutzt und Phi die wirkt als ob sie gerade aus dem Schlaf erwacht wäre und bemerkt das sie nichts an hat bedeckt voll Scham ihren Körper. Erst dann fällt ihr auf, dass sie plötzlich ganz pelzig geworden ist und auch ihre Hände sind auch plötzlich viel größer. Sie springt auf und muss gleich mal um ihre Balance ringen als sie versucht auf ihren nun doppelt so langen Füßen zu stehen. „Bei den Göttern was ist passiert“, kreischt sie hysterisch. Und zu Ninon gewandt die immer noch mit zum Gebet erhobenen Händen über ihr steht kreischt sie weiter: „Was hast du angerichtet? Was für ein Fluch ist das, den du über mich gesprochen hast“? Bevor sie sich auf Ninon stürzen kann ist Violett bei ihr und nimmt sie fest in ihre kräftigen Arme. Während sie beruhigend auf Phi einflüstert, kann auch Ninon nicht wirklich fassen, was da gerade passiert ist. „Das war eine Reinkarnation“, stottert sie. „Aber wie ist das möglich? Bei all seiner großen Liebe für seine Diener und der Hilfe die er unserer Welt zugutekommen lässt hätte ich so einen Zauber bei ihm nicht für möglich gehalten. Eine Reinkarnation ist ein Druidenzauber oder bestenfalls einer der von Göttern mit Natur in ihrem Portfolio praktiziert wird. Aber bei Hextor hätte ich das nicht erwartet. Seine Wege sind wirklich unergründlich“. „Für mich macht das schon Sinn“, mischt sich Anderson ein. „Schließlich zählt auch in der Natur das Recht des Stärkeren und das passt dann schon wieder perfekt in sein Portfolio. Vermutlich war es irgendeiner von Hextors biologisch angehauchteren Dienern dem es gefallen hat, dass wir ein paar Untote von dieser Welt getilgt haben“.

„Möglich aber trotzdem seltsam“, sagt Ninon nachdenklich. „Doch andererseits ist er der größte aller Götter. Für ihn sollte nichts unmöglich sein“. Roland und Corin nicken zustimmend während Anderson nur die Augen verdreht. Gemeinsam schafft es die Gruppe dann Phi zu beruhigen und sie mit ihrer neuen Situation vertraut zu machen. Auch wenn sie dank göttlichem Beistandes am Leben ist, so wird es wohl einige Zeit dauern, bis sie ihren neunen Körper akzeptieren und sich mit ihm vertraut machen kann. „Ich danke euch dass ihr mich zurück gebracht habt“, sagt sie schließlich immer noch Schluchzend. „Ich schätze so ist es besser als wenn ich tot wäre. Auch wenn meine Chancen bei dem rothaarigen Schankzwerg jetzt wohl um einiges geringer geworden sind“, sagt sie mit einem kleinen Lächeln. Da leider nichts anderes da ist, bedeckt sie ihre Blöße notdürftig mit einem Cold Weathers Outfit und der Hose der toten Hobgoblin Wehrratte. Einigermaßen wiederhergestellt und beruhigt mustert sie den Raum mit den anderen jetzt genauer. Am Fußende des Bettes steht eine Holzkiste mit massiven Eisenschnallen, die ihr Interesse weckt. Phi untersucht die Kiste auf Fallen. Und wirklich findet sie auf dem Schloss etwas Kontaktgift, das sie mit dem Hemd der toten Wehrratte abwischt. Ein kurzer Ruck mit dem Dietrich öffnet schließlich das Schloss der Kiste. Darin befinden sich Gold und Platinmünzen sowie einige Kunstgegenstände die von Ratlord wohl in Crossing gefunden wurden. Außerdem gibt es noch magische Tränke. Violett inspiziert derweilen die Ausrüstung der Wehrratte. Die Waffen scheinen beide von sehr guter Qualität zu sein und eine davon wirkt sogar magisch. Es scheint als ob Phi nicht mit ihrer kleinen Handaxt weiterkämpfen müsste. Auch die Rüstung ist immer noch in einem guten Zustand auch wenn da und dort ein paar blutdurchtränkte Stellen zu sehen sind. Phi stochert in der Kiste herum und schaut ob es einen doppelten Boden oder ähnliches gibt. Aber leider scheint der Inhalt alles zu sein was in der Kiste ist. Ninon die den Inhalt der Kiste aufmerksam betrachtet hat sagt:“ Das kann nicht alles gewesen sein. Auf dem Tisch stehen Schreibutensilien. Er muss also irgendwo Notizen gemacht haben. Wir müssen diese Wohnstatt noch genauer unter die Lupe nehmen. Gemeinsam durchsucht die Gruppe nochmal die Haufen aus Unrat und Anderson schneidet sogar Kurzerhand die Matratze entzwei um ihr Innenleben zu überprüfen. Es ist wiederum Phi die etwas entdeckt. Unter einem Haufen von Unrat ist ein Seil versteckt, dass in das Bassin führt. Sie zieht daran und merkt, dass etwas Schweres am anderen Ende befestigt sein muss. Gemeinsam mit Violett schafft sie es das Seil einzuholen und die Kiste, die im Wasser versenkt war zu bergen. „Dann wollen wir doch einmal sehen, was die wirklich tollen Dinge waren, die unser Freund hier versteckt hat“, sagt Phi. Sie untersucht auch diese Kiste wieder auf Fallen, kann aber keine entdecken. Mit einem Schulterzucken nimmt sie wieder den Dietrich zur Hand um das Schloss zu knacken. Ein gleißender Blitz fährt den Dietrich entlang in Phi’s Arm. Offenbar sind ihre sonst so guten Reflexe in ihrem neuen Körper noch nicht ganz angekommen denn sie schafft es nicht rechtzeitig zur Seite zu springen und bekommt die volle Wucht der Entladung zu spüren. Mühsam rappelt sie sich wieder auf um die Kiste nochmal einer genaueren Untersuchung zu unterziehen, aber das kann sie sich sparen denn die Entladung hat auch das Schloss der Kiste vernichtet. „Es gibt nichts schlimmeres als miese Fallen“, meint Phi trocken. Schade um die schöne Kiste. Die war sicher wasserdicht. So etwas ist immer nützlich. Ich hoffe wir haben den Inhalt nicht zerstört“.

Vorsichtig hebt sie den Deckel der Kiste an. Glücklicherweise scheint die Entladung nur nach außen gegangen zu sein und so ist das Notizbuch das in der Kiste zuoberst liegt nur leicht angesengt. Phi reicht es an Ninon weiter um auch noch den restlichen Inhalt der Kiste zu untersuchen. Sie findet nochmals Gold und Platin sowie einige Edelsteine und eine Lederrolle in der üblicherweise magische Schriftrollen aufbewahrt werden. Außerdem liegt zuunterst noch eine Flasche ausgezeichneten Whiskeys. Diesmal ist auch die Suche nach einem doppelten Boden erfolgreich und Phi findet zwei Briefkuverts.

„Offenbar hat Ratlord ein Netzwerk aus Informanten in der Stadt aufgebaut“, sagt Ninon die das Notizbuch aufmerksam studiert. „Hier sind einige Namen von Knechten und Mägden vermerkt die im Informationen zugetragen haben. Und die Kanalreinigung scheint auch unter seiner Fuchtel gestanden zu haben. Deshalb hat ihn hier unten niemand gefunden. Wir können also annehmen, dass er gelogen hat, als er sagte, dass die Hextorianer ihn angestellt haben“.

„Ich fürchte das Gegenteil trifft zu“, sagt Phi die die Briefe aus der Kiste studiert hat und sie nun an Ninon weiterreicht. „Das hier ist die offizielle und schriftlich bestätigte Einladung von Abt Wieland an Ratlord um unter dem Tempel zu wohnen. Außerdem liegt hier noch ein Brief mit der Bitte doch die Neuankömmlinge von den Ratten beschatten zu lassen und eine Notiz von Ratlord in der er schreibt das es die blonde Tussi war die in Wielands Namen mit ihm Kontakt aufgenommen hat. Und in dem zweiten Kuvert war ein Brief von Bruder Alton mit einer Liste von Büchern die er gerne aus dem Stadtarchiv hätte“.

Ninon ist sehr still geworden doch innerlich schäumt sie vor Wut. „Diese hinterhältigen niederträchtigen feigen….. Aaaaaaaaahh. Ich werde sie lehren Schande über die Kirche Hextor zu bringen“, brüllt sie. „Ich werde sie lehren was es heißt vom rechten Weg abzukommen und ich werde sie lehren was es heißt wenn man Ninon Delphine Ansari hinters Licht führt. Dieser ganze Tempel ist korrupt und verfault. Kommt es wird Zeit das wir ihn säubern“. Voller Wut wendet sich Ninon um und stampft in Richtung des Ausganges. Aber ein Blick auf ihre Freunde stoppt sie. Alle sind zerschlagen und haben viele Verletzungen davongetragen. Außerdem waren sie die ganze Nacht durch unterwegs und als das erst Adrenalin ihrer Wut verraucht ist, merkt auch Ninon wie die Müdigkeit in ihre Glieder steigt. „Andererseits sollte man solch einen Schritt nicht übereilen“, meint sie schließlich. „Es gibt in so einem Fall Regeln die man befolgen muss und ein kleines Nickerchen tut uns sicher allen gut und kühlt die Emotionen ab. Corin sobald wir im Hotel sind müsst ihr mir aus dem Kodex heraussuchen wie man in so einer Situation vorzugehen hat. Nun schicken sich alle an den Ort der Schlacht zu verlassen aber Phi hält sie nochmal zurück. „Wir sollten noch Blondie da oben losschneiden und sie mitnehmen“, sagt sie……

Was im Kanal geschah! Part 3 of 4

Phi schleicht einige Meter durch einen kleineren Seitenast des Kanals der in einer leichten Biegung nach Nordosten läuft. In der Luft liegt der übliche feuchte Geruch von Kanal aber langsam mischt sich der Geruch von Verwesung und modriger Erde dazu. Am Ende des Tunnels können ihre nun schon an die Dunkelheit gewöhnten Augen das Flackern von Fackeln erkennen. Um keine Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, schließt sie die Luken ihrer eigenen Laterne damit der Lichtschein sie nicht verrät. Sie nähert sich dem Ende des Kanals und lugt vorsichtig in den Raum der sich dahinter befindet. Ein großer Kreisrunder Raum öffnet sich vor ihr. Die Decke ist so hoch, dass Phi im Halbdunkel gar nicht abschätzen kann wie hoch der Raum eigentlich wirklich ist. In der Mitte des Raumes befindet sich ein Bassin in dem allerlei Unrat schwimmt. Auch auf dem gepflasterten Weg der rund um das Bassin führt ist der Unrat an den Wänden gestapelt. Auf halber Höhe kommen einige Rohre aus der Wand aus denen stinkendes brackiges Wasser in das Bassin tropft. Auf der dem Tunnelausgang gegenüberliegenden Seite scheint jemand etwas Ordnung in den Abfall gebracht zu haben. Ein kleiner Tisch mit mehreren Stühlen sowie ein etwas marodes Bett stehen dort in Mitten von Holzkisten und Jutesäcken. Auf einem Holzgerüst hängen Fische und getrocknetes Fleisch sowie ein Käserad und kleinere Jutesäcke die wohl auch essen enthalten. In einem Haufen Unrat der am Kopfende des Bettes aufgeschichtet ist kann Phi die Silhouette einer Rüstung erkennen. Außerdem entdeckt sie die von Violett verletzte Riesenratte wieder die in dem Haufen wühlt. Sie scheint Phi nicht bemerkt zu haben und die kleine Diebin tritt leise den Rückweg an um ihren Freunden von ihren Entdeckungen zu berichten.

„Ich finde es Interessant, dass die Hextorianer nichts von ihrem „Untermieter“ bemerkt haben“, sagt Anderson. „Du schaust ja auch nicht nach wer oder was in deinem Klo wohnt oder“, kontert Ninon spitz. „Wir wollen keine voreiligen Schlüsse ziehen. Außerdem hat Phi ja garkeinen Bewohner außer der Ratte gesehen“. „Es muss aber jemand regelmäßig hier unten sein sonst wäre das Essen schon verfault“, mischt sich Phi ein. Vielleicht sind es aber auch nur Obdachlose oder Landstreicher die sich ein Plätzchen gesucht haben wo sie vor der Witterung geschützt sind“. „Wir sollten uns auf jeden Fall genauer ansehen, damit ich Abt Wieland einen genauen Bericht über die Vorkommnisse unter seinem Haus geben kann“. Die Party bewegt sich Vorsichtig an der Wand entlang in Richtung des großen Raumes. Anderson schleppt dabei den Sack mit den Büchern hinter sich her, da er die Hoffnung hat vielleicht einige davon magisch wiederherstellen zu können. Als sie den Raum betritt werden sie sogleich von der Ratte entdeckt die sich wütend zischend im Unrat versteckt. Für einen kurzen Moment hat Anderson dasselbe seltsame Gefühl, dass ihn auch schon befallen hat als er beim Wachhaus war. Aber die Ahnung von kühler Erde und Moder verschwindet so schnell wie sie gekommen ist. Die beiden Kämpfer Anderson und Violett sind als erste in den Raum getreten und stehen nun etwas unschlüssig herum. Phi steuert auf die kleine Wohnstatt zu um sie auf Spuren ihres Bewohners zu untersuchen.

„Hallo ist hier noch jemand“, ruft Ninon in den Raum hinein. „Oder bist du vielleicht eine Werratte“, fragt sie in Richtung der Riesenratte die mit kleinen glühenden Augen aus dem Haufen Unrat hervorschaut. Auf Ninons Ruf hin erwacht die Rüstung zum Leben und kämpft sich behäbig aus ihrem Rastplatz heraus um dann langsamen Schrittes auf die Party zuzuwanken. Es ist eine hextorianische Plattenrüstung die wohl schon bessere Zeiten gesehen hat. Sie ist zerkratzt, etwas rostig und an einer Stelle am Brustkorb ist sogar ein gezacktes Loch zu sehen das wohl von einem Krähenschnabel stammt. Entsprechend ist auch der Inhalt der Rüstung nicht mehr so ganz zu den Lebenden zu zählen und ihr könnt im Helm und an den Händen totes Fleisch erkennen, das von den wiedernatürlichen Energien der Nekromantie am Leben gehalten wird. Etwas 15m vor euch bleibt der Untote plötzlich stehen als ob er in eine Wand gelaufen wäre und eine Stimme tönt hinter dem beim Bett befindlichen Misthaufen hervor: „Ja bin ich“. Eine Gestalt schält sich aus dem Halbdunkel des Raumes. Sie ist humanoid und hat langes zottiges braunes Haar. Die Natur scheint es nicht gut mit dem Bugbear, denn das ist was ihr vor euch seht gemeint zu haben. Seine Hände sind seltsam nach innen gebogen und verkrüppelt und der Ansatz eines Buckels ist zu erkennen. Trotzdem könnte ihr den sicheren ausbalancierten Schritt eines Kriegers erkennen als der Bugbear in den Lichtkreis einer Fackel tritt. Seine Nase zuckt nervös und er leckt sich mit seiner Zunge über seine unnatürlich langen spitzen Zähne. „Aber keine Sorge ich werde euch nicht beißen, auch wenn ihr es verdient hättet“, meint er mit einem vielsagenden Blick. „Wer bist du“, fragt Violett und tastet vorsichtig nach ihrer Waffe. „Mein Name ist Ratlord und ihr werdet euch für den Tot so vieler meiner Kinder verantworten müssen“. „Aber das ist doch nicht unsere Schuld“, mischt sich Ninon ein. „Da war eine blonde Tussi die uns eine Falle gestellt hat und wir haben uns nur verteidigt“. „Oja stimmt, ich muss mich für mein Personal entschuldigen“, sagt Ratlord und kratzt sich geistesabwesend mit einer Hand hinter dem Ohr. „Sie war wohl etwas übereifrig mit der Ausführung ihrer Befehle“. „Ihr kennt sie“, fragt Phi. „Kannte sie“, berichtigt Ratlord. „Ihr müsst verstehen, dass ich für so einen Fall Kompensation fordern muss und auch eine gewisse Vorbildwirkung ist notwendig“, sagt er und deutet mit einem Finger Richtung Decke. Alle schauen nach oben und sehen dort eine Gestalt mir langen blonden Haaren und einer schmutzigen braunen Robe baumeln. „Seit wann hängt sie da oben“, fragt Phi skeptisch. Seit etwa einer Stunde“, fährt Ratlord im Plauderton fort. Kurz nachdem sie euch in diesen Keller gelockt hat, fand ich sie auf der Straße wandernd. Sie dürft wohl heute Abend bei eurem kleinen Festchen etwas zu tief ins Glas geblickt haben und wurde dadurch wohl übermütig“.

 

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„Was machst du hier unten“, fragt Anderson. „Nun ich gehe meinen Geschäften nach“, meint dieser mit einem Augenzwinkern was bei einem Bugbear alles andere als smart aussieht. „Die da wären“, bohrt Anderson nach. „Ich finde Dinge die andere noch nicht verloren haben“, beginnt Ratlord eine kleine Aufzählung. „Ich mache auch Auftragsarbeiten und besorge für meine Kunden allerlei Kram den sie wollen. Und außerdem versorgen mich meine Kinder immer mit allen Informationen aus der Stadt. Sie mag zwar klein sein aber irgendjemand hat immer etwas Interessantes zu erzählen“. „Kinder? Ihr meint eure Ratten können sich auch Gespräche merken“, fragt Phi. „Hahaha nein obwohl Rita hier ziemlich schlau ist“, sagt Ratlord und deutet mit einer Hand auf die Riesenratte. Aber für so etwas habe ich andere Quellen, die ich wie ihr verstehen werdet nicht preisgeben will“. „Wart ihr es auch, der das Stadtarchiv geplündert hat“, fragt Phi. „Natürlich. Das war eine Auftragsarbeit für meinen besten Kunden“, prahlt Ratlord. „Und der wäre“, fragt Phi. Und by the way nur ein kleiner Tipp unter Kollegen. Ihr solltet beim nächsten Mal den Stein von der Straße aus durchs Fenster werfen“. „Danke für den Tipp ich werde es mir merken“, sagt Ratlord mit einem Anerkennenden Nicken. „Normalerweise gebe ich meine Kunden ja nicht Preis, aber nachdem ihr Hektor hier ja schon gesehen habt und außerdem noch jemand von ihnen anwesend ist, dürfte es wohl ein offenes Geheimnis sein, dass die Kirche Hextor sich meiner Dienste bedient“.

„Das ist eine niederträchtige Lüge“, schreit Ninon wütend. „Die Kirche Hextor arbeitet nicht im Schatten und schon gar nicht mit Kreaturen mit euch zusammen“. „Glaubt was ihr wollt“, meint Ratlord schulterzuckend. „Aber dann erklärt mir warum ich hier unter eurem gar so ehrlichen Tempel wohnen darf. Und warum werfen die Hextorianer immer wieder Leichen hier herunter“; sagt er und deutet wieder zur Decke. Bis auf Violett kann keiner von euch etwas erkennen, doch ihre scharfen Zwergenaugen durchdringen das Dunkel und sie kann ein Loch an der Kuppel des Raumes erkennen. Es ist jedoch eine andere Entdeckung die ihr den Atem stocken lässt. Unbemerkt von der Party sind abertausende Knochenratten aus kleinen Öffnungen an der Decke herausgeklettert und krallen sich jetzt dort fest bereit zum Sprung nach unten. „Äh Leute“, sagt Violett. „Es könnte gleich ziemlich ungemütlich werden. Unser Freund hier hat einige seiner Kinder geholt und die hängen jetzt über uns an der Decke“. Auch Phi die weiterhin aufmerksam die Umgebung beobachtet hat, hat Verstärkung für Ratlord entdeckt. Aus dem Kanal aus dem die Party gekommen ist, sind einige Riesenratten aufgetaucht. Sie sind zwar nicht Schuppenbedeckt wie Rita, machen aber trotzdem einen gefährlichen Eindruck. „Macht euch deswegen noch keine Sorgen“, winkt Ratlord lässig ab. „Das ist nur meine Versicherung, bzw. mein Argument dass ich es ernst meine. Auch wenn ihr in eine Falle gelockt wurde, so habt ihr doch meine Kinder getötet und ich verlange Kompensation“. „Wir könnten doch zusammenarbeiten“, schlägt Phi vor bevor Ninon eine spitze Bemerkung machen kann. „So wie ich das sehe habt ihr noch niemanden unschuldigen wehgetan, und ich kann es verstehen wenn man an und dann den Drang verspürt etwas unbedingt haben zu wollen“.

„Das ist eine fabelhafte Idee“, meint Ratlord und klatscht in die Hände. Sein Gesicht ist zu einem schiefen Lachen verzerrt, dass aber irgendwie nicht seine Augen erreicht. „Eine kräftige Gruppe Abenteurer wie ihr es seid könnt mir sicher bei einigen Problemen helfen und im Gegenzug wäre ich bereit meine Ansprüche fallen zu lassen“. „Welche Gefälligkeiten schweben euch den vor“, fragt Ninon skeptisch. „Ich möchte, dass ihr den Tempel des Pelor auslöscht und ich möchte, dass die Brindolor Zwerge aus der Stadt verschwinden. Wie ihr das anstellt ist mir egal aber macht es schnell“. „Und warum genau wollt ihr das“, fragt Violett die den Schock nicht ganz aus ihrer Stimme verbannen kann? „Nun einerseits werdet ihr bemerkt haben, dass meine Aufraggeber von da oben mich mit Untoten Helfern versorgt haben und ich mag es nicht wenn diese Sonnenanbeter herumlaufen und sie zu Asche verwandeln“, beginnt Ratlord. „Was die Zwerge angeht so ist das meine Sache. Ihr missversteht mich wenn ihr glaubt, dass wir gleichberechtigte Partner sind und ich euch in meine Pläne einweihe. Betrachtet es eher als ein Bündnis zweier entfernter Bekannter wobei der eine also ihr sehr hohe Schulden bei dem anderen hat“.

„Gut ich würde sagen dann machen wir uns mal schnellstens auf den Weg um das zu erledigen“, platzt Phi heraus und schickt sich an zu gehen. „Nicht so schnell“, stoppt sie Ratlord. Ihr werdet verstehen, dass wir ein etwas gespanntes Vertrauensverhältnis haben. Ich verlange also eine Sicherheit, damit ihr mich nicht hintergeht“. „Und was wäre das“, fragt Ninon die nun ebenfalls nach ihrer Waffe tastet. „Ihr lasst einfach eure Diebin hier bei mir“; meint er wie beiläufig. „Sie ist euch in einem Kampf sowieso nicht viel nütze und vermutlich sind auch ihrer diplomatischen Fähigkeiten nicht sehr groß“. „Und ihr versprecht, dass ihr nichts passieren wird“, fragt Ninon und unterbricht damit gleichzeitig ein Aufbrausen von Phi. „Aber natürlich“, sagt Ratlord. „Sie ist mein Gast und ich werde ihr kein Haar krümmen“, verkündet er doch Ninon durchblickt die Lüge als das was sie ist. Subtil verändert sie ihre Position und fast nach ihrem Morgenstern. „Ich denke auf dieses Angebot können wir nicht eingehen“, sagt sie mit einem finalen Rundblick zu ihren Kameraden. „Wie schade“, grinst Ratlord hämisch. Und zu dem untoten Hextorianer geneigt meint er: „Töte sie alle“…………….

Was im Kanal geschah! Part 2 of 4

Anderson und Roland halten wieder eine furchtbare Ernte unter den Ratten während Corin und Ninon die am Ende ihre Zauberkraft sind nun auch mit Streitkolben und Langschwert den Ratten zu Leibe rücken. Die Riesenratte sitzt weiterhin am Rande der Luke, macht aber keinerlei Anstalten euch anzugreifen. Immer mehr Ratten quellen aus den Löchern im Kellerboden und Anderson ist schon bald vollständig unter einem Teppich bebender pelziger Leiber verschwunden. Nur das regelmäßige Ausbrechen seines Hammers aus der Masse sowie seine Rufe an seinen Gott zeigen noch, dass er am Leben ist. Phi sieht das ihre Freunde einen schweren Stand gegen die schier endlos scheinende Masse haben. Sie selbst kann aber mit ihren kleinen Dolchen kaum etwas ausrichten das den Ratten Schaden zufügen könnte. Also hat sie sich kurzerhand in Richtung der vergitterten Luke zurückgezogen um diese zu öffnen und einen möglichen Fluchtweg zu haben. „Bei den Göttern geh doch auf“, stößt sie zwischen zusammengepressten Zähnen hervor während auch bei ihr schon die ersten Ratten nach einer Öffnung in ihrer Lederrüstung suchen.

„Treibt sie ins Loch zurück“, hört sie Ninons verzweifelten Ruf von unten. Wenn wir genügend von ihnen töten lassen sie von uns ab und verschwinden wieder. Und tötet die Große. Vielleicht ist sei eine Anführerin oder sowas in der Art“. Ihre Befehle werden gefolgt von einem wütenden Schmerzensschrein als wieder einer der tausenden Nager seine Zähne in eine ungeschützte Stelle ihres Körpers bohrt. Phi verdoppelt ihre Anstrengungen das Schloss am Gitter zu knacken. Doch bei all dem Stress rutscht der Dietrich immer wieder ab. Plötzlich hört sie aus der Luke ein Geräusch. Es hört sich an als irgendetwas großes sehr schnell den Schacht herunter käme. „Wir kriegen noch mehr Gesellschaft“, ruft sie ihren Freunden zu und zieht seufzend ihre Waffen…….

 

Violett ist bereits die Hälfte des Schachts hinunter geklettert und der Kampflärm wird immer lauter. Sie lässt sich weiter langsam an ihrem Seil herunter und versucht sich immer wieder abzustützen um nicht zu schnell zu werden. Von über ihr sind plötzlich Geräusche zu hören und ein kleiner Stein schlägt auf ihrem Helm auf und verschwindet Klappernd im Schacht unter ihr. Das fahle Licht des Mondes, das von oben in den Schacht geleuchtet hat verschwindet vollständig und ein Ruck geht durch ihr Seil. Sie verkeilt die Füße im Schacht, als der Zug am Seil plötzlich nachlässt und es an ihr vorbei in die Tiefe fällt. Von oben ist ein Krachen zu hören gefolgt von einem Rumpeln als sich eine Wagenladung voll Kohle in den Schacht ergießt.

„Oh Scheiße“, sagt Violett und wird von dem herunterfallenden Kohlen mitgerissen. Mit einem lauten Krachen schlägt sie auf dem Kellerboden auf und bleibt mitten in einer Wolke aus Kohlestaub liegen. Von rundherum ist Kampflärm zu hören und durch den Staubschleier kann sie auch schon die erste Gestalt erkennen, die mit gezogenen Waffen auf sie zuwankt. Mit einem markerschütternden Schrei stürzt sich Violett auf die Kreatur vor ihr. Phi springt zur Seite und die Axt fährt donnernd neben ihr in den Boden ein. Da erkennt sie die über und über mit Kohlenstaub bedeckte Barbarin. „Bist du von Sinnen“, schreit sie. Du hättest mich töten können. Verwirrt stellt Violett fest, das nicht etwa ein Untoter sondern ihr Kameradin sich aus der auflösenden Staubwolke herausschält. „Wie kommst du denn hier her“, fragt sie entgeistert. „Ich dachte du wärst mit den anderen hinter den Untoten her die die Magd überfallen haben“. Phi verdreht die Augen. „Dieses Scheusal hat dich also auch dran gekriegt“, sagt sie verärgert. „Sie ist für das alles hier verantwortlich und sie war es die uns in diesem Keller eingeschlossen hat“. Violett sieht sich um, und entdeckt ihre Freunde die in einer Horde von Ratten stehend um ihr Leben kämpfen. Wie ein Schleier fällt der Zauber von ihr ab und sie kann wieder klar denken. Mit einem Schrei purer Wut stürzt sie sich in die Ratten und fegt sie mit wuchtigen Schlägen vom Schlachtfeld. Freudige Rufe begrüßen sie als sie in den Kampf eingreift. „Schön dass du auch vorbeischaust“, sagt Anderson und grinst mit seinem zerkratzten Gesicht. „Ich wollte dir schon ein Paar der Biester einpacken damit du auch etwas von dem Spaß hier hast“. „Ich mische mich ja nur ungern in eure Wiedersehensparty ein“, ächzt Ninon. Aber könntet ihr bitte das Riesenvieh erledigen. Ich glaube noch immer dass sie irgendwie die anderen Ratten kontrolliert. Schlagt euch zu ihr durch. Ich werde versuchen ihr in die Flanke zu fallen“. Nun da ein weiterer Krieger auf eurer Seite in den Kampf eingetreten ist scheint sich das Blatt zu euren Gunsten zu wenden. Einzelne Ratten beginnen bereits zu fliehen und auch die Riesenratte nimmt Schaden da Phi, die auf einen Stapel Kisten geklettert ist, die Ratte nun mit Bolzen spickt. Mit einem wuchtigen Hieb teilt Violett den Schwarm vor sich und steht nun direkt vor der Riesenratte. Die neugierig Beobachtenden Augen sind einem Blick aus Zorn gewichen und mit einem Fauchen stürzt sich die Riesenratte in den Kampf. Violett kann ihre ersten Attacken kaum abwehren und ihr säurehaltiger Geifer verbrennt ihr an mehreren Körperstellen die Haut. Anderson ist weiter hinten mit einem dicken Knäule Ratten beschäftigt und auch Phi kann nicht mehr schießen da sie Angst hat sonst die Barbarin zu treffen. Doch Ninon ist zur Stelle und stürmt wie versprochen von der Seite heran. „Bei Hextor jetzt wirst du sterben“, ruft sie und holt mit ihrem Streitkolben aus. Geschickt weicht die Riesenratte dem Schlag aus und Ninon überrascht vom Moment des Streitkolbens wird nach vorne geschleudert. Sie versucht noch sich zu fangen und ihre Balance zu halten, aber mit den vielen wimmelnden Leibern unter ihr findet sie keinen festen Stand und stürzt unglücklich in die Luke im Boden. Geschockt sehr ihr zu wie sie zwischen den Leibern der noch immer aus dem Kanal strömenden Ratten verschwindet. Ein platschen ist zu hören als sie unten ankommt doch alles weiter wird vom Kreischen der Ratten übertönt. „Meine Herrin“, schreit Roland verzweifelt und versucht sich zu der Luke vor zu kämpfen. Ihr alle verdoppelt eure Anstrengungen und tote Ratten werden durch den Raum geschleudert. Endlich gelingt es Violett der Riesenratte eine böse Wunde in ihrer Flanke beizubringen. Sie quietscht vor Schmerzen und beginnt zurück zu weichen. Violett will ihr hinterher, doch ein neure Schwall Ratten stoppt sie. Hilflos muss sie zusehen wie auch die Riesenratte im Kanal verschwindet. Corin zündet einen weiteren Zauber der wieder ein großes Loch in die sich windende Masse reißt. Wie auch ein Signal hin beginnen die Ratten zurück zu weichen und in den Löchern im Boden zu verschwinden. Nach ein paar weiteren Schlägen steht ihr schwer atmend und übersäht von kleinen Wunden tief in einem Haufen toter Ratten.

Roland läuft zu dem Loch in dem seine Herrin verschwunden ist. „Lady Ansari seit ihr unverletzt“, ruft er. Ein platschen und Gluckern ist zu hören und von unten hört ihr eine hysterische Stimme schreien: „Natürlich geht’s mir gut. Ich bin ja weich in der Scheiße gelandet. Holt mich sofort hier raus“. „Beruhigt euch Ninon“, ruft Anderson der ebenfalls an die Luke herangetreten ist. So ist das Leben als Streiter für Recht und Ordnung eben. Manchmal steckt man eben bis zum Hals in Sch…wierigkeiten“. Von unten ist ein tiefes seufzen gefolgt von einem würgenden Laut zu hören. „Das sollte man offensichtlich auch nicht machen wenn man bis zum Hals in Schwierigkeiten steckt“, hört ihr die schon etwas ruhigere Stimme eurer Klerikerin. „Lasst Corin an einem Seil herunter. Er sollte noch ein paar „Prestidigation“ Zauber übrig haben die mich säubern könnten. Und dann werden wir wohl diesen Ratten folgen nicht war Anderson. Ich kann mir schon vorstellen das ihr wohl zuerst der Sache hier auf den Grund gehen wollt und nicht dazu zu überreden seit zuerst ein heißes Bad zu nehmen“.

„Das habt ihr gut erkannt“, schmunzelt Anderson. „Die ganze Sache ist einfach zu seltsam als das wir nur eine Sekunde verlieren sollten. Ob es die Riesenratte war oder dieser Gesang der die Schwärme kontrolliert hat. Sie sind jetzt auf jeden Fall geschwächt. Das müssen wir nutzten bevor welches Unheil auch immer da unten lauert seine Kräfte wieder aufstocken kann. Ihr steigt alle in den Kanal hinunter und versucht auch alle, bis auf Violett, nicht in das Klärgerinne zu stürzen. Nachdem Corin seine Herrin magisch gesäubert hat werft ihr einen Blick auf eure Umgebung. Ihr steht in einem langen stinkenden Gang der mit Ziegelwänden verkleidet ist. In der Mitte ist eine tiefe Rinne eingelassen in der Unrat und Exkremente von Wasser mitgespült werden. Ihr erinnert euch, dass ein Teil des Flusses durch die Kanalisation geleitet wird um sie sauber zu halten. Meist nur ein kleiner Teil aber hin und wieder wird das Wehr am Fluss auch ganz geöffnet um auch hartnäckige Reste aus dem Kanal zu entfernen. Außerdem gibt es Personal von der Stadt das auch regelmäßig Kontrollgänge durchführt. Entsprechend ist der Kanal sehr sauber und Phi weist euch beeindruckt auf die gute zwergische Arbeit hin die hier geleistet wurde. Offenbar war Crossing einstmals wirklich sehr reich und groß denn sonst hätte man sich ein solches Bauwerk niemals leisten können. Von weiter vorne ist noch leise der Gesang zu hören und ihr beschließt ihm zu folgen bevor er ganz verschwindet. Phi die in ihrer Jugend in der Mine gearbeitet hat leitet euch an da ihre empfindlichen Ohren darauf trainiert sind mit dem Echo von Geräuschen in Tunneln umzugehen. Nach ein paar hundert Metern verstummt der Gesang allerdings und ihr steht alleine im Schein eurer Laternen da. Vielleicht finden wir Spuren“, meint Phi und beginnt den Boden abzusuchen. „So viele Ratten müssten doch eigentlich etwas hinterlassen wenn sie sich durch so einen Kanal zwängen“. „Ich glaube ich kann euch da helfen“, sagt Violett die ja schon aufgrund ihrer Ausbildung viel in der Natur unterwegs war und entsprechend gut im Spurenlesen ist. Sie sucht den Boden ab und entdeckt wie zu erwarten eine Spur von Exkrementen die die Ratten zurückgelassen haben. Ihr folgt dieser Spur bis zu einer Abzweigung von der ein Gang, so meint zu mindestens Violett, nach Norden und einer nach Osten abzweigt. Der Gang nach Osten führt noch weiter unter die Stadt hinein und es ist auch der, den die Ratten benutzt haben dürften. Ihr folgt dem Kanal weiter und bald ist ein feines rauschen zu hören das langsam lauter wird. Die an die Dunkelheit angepassten Augen des Zwerges können in einiger Entfernung eine Wasserkaskade erkennen die sich in den Kanal ergießt. „Das muss der Springbrunnen am Hauptplatz sein“, meint Nion. „Wir sind wohl genau zwischen Rathaus und Tempel. Ich wette wir werden was auch immer im Rathaus finden. Randulf war mir vom ersten Tag an verdächtig und jetzt können wir ihn auf frischer Tat ertappen“.

„Ich enttäusche dich ja nur ungern“, sagt Violett die gerade einen Blick hinter die Kaskade geworfen hat. „Aber da hinten sind drei Abzweigungen und die aus der die Rattenspuren kommen führt zum Hextor Tempel“.

„Das kann nicht sein“, ruft Ninon entgeistert. „Die Kirche Hextor ist ehrlich durch und durch und würde niemals in Kanälen herumwaten oder heimlich Leute entführen und abstechen. Das machen wir wenn dann schon von Angesicht zu Angesicht. Es muss eine andere Erklärung geben“. „Da vorne ist außerdem noch etwas im Kanal versenkt“, sagt Violett weiter und ignoriert dabei Ninons Ausbruch völlig. „Entweder das oder es ist die dämlichste Stolperfalle aller Zeiten“. Und wirklich ist ein Seil an der Seite des Kanals befestigt, das stramm gespannt in die Tiefe geht und leicht mit der Strömung mitwippt. „Vielleicht ist es aber doch eine Falle“, schaltet sich Phi ein und beginnt das Seil zu untersuchen. Sie findet zwar nichts ungewöhnliches, aber irgendwie ist es ihr trotzdem nicht geheuer und sie mahnt zur Vorsicht. Leider kann man auch nicht sehen ob tatsächlich etwas im Wasser liegt, da in diesem Seitenarm des Kanals der Unrat in der Rinne schon ziemlich dick ist und man den Grund der Rinne nicht sehen kann. „Liebster Roland“, säuselt Ninon. „Steck mal deinen Kopf unter äh Wasser und schau on du etwas erkennen kannst“. Roland schaut Ninon fragend an. „Ist das euer ernst“, fragt er skeptisch. „Das heißt jawohl Lady Ansari“, poltert Ninon. Während Roland eiligst dem Befehl seiner Herrin nachkommt, können sich Phi und Violett ihr Lachen kaum verkneifen. Widerwillig steckt Roland seinen Kopf in das Gerinne um ihn dann sehr schnell wieder heraus zu ziehen. Nachdem er damit fertig ist sich zu übergeben und im Anderson seinen Wassersack über den Kopf gegossen hat, kann Roland nur berichten, das die dicke zähe Flüssigkeit es ihm leider unmöglich gemacht hat etwas zusehen. Anderson kann dem Trauerspiel nicht länger zusehen und beginnt das Seil aus dem Kanal zu ziehen. Daran ist ein stinkender nasser Sack befestigt. Beim Herausziehen gibt der Sack schmatzende Geräusche von sich und eine dunkle Flüssigkeit sickert aus der groben Jute heraus. Niemand will so richtig diesen Sack öffnen und so muss sich Phi wieder ein Herz nehmen und mit spitzen Fingern den Sack untersuchen. Sie findet keinerlei Fallen auf dem Sack weder magisch noch mechanisch. Wiederum ist es Anderson der endlich das Seil löst, das den Sack geschlossen hält. Eine schwarze klebrige Masse klatscht auf den Fußboden und beginnt sich langsam über diesen zu verteilen. „Das sind ja nasse Bücher“, sagt Ninon während sie mit Corins Langschwert in der Masse stochert. „Man kann noch die Einbände und einzelne Seiten erkennen“. „Könnten das die gestohlenen Bücher sein“, fragt Phi. „Nein“, meint Ninon. „Die Einbände sehen anders aus als die die in der Hextor- oder Stadtbibliothek waren. Außerdem ist die Zersetzung schon zu weit fortgeschritten. Zumindest die Bücher aus dem Archiv müssten noch frischer aussehen“. „Auf jeden Fall ist dieser Matsch magisch“, stellt Ninon fest die einen kleinen Zauber gewirkt hat. „Eine seltsame Mischung. Hm es wirkt wie eine Art Duftstoff. Aber einer der seine Zusammensetzung variiert. Fast wie eine Botschaft. Oh Hextor. Der Ganze Kanal ist voll damit“. Mit ihrem magischen Blick kann Ninon erkennen, dass die kleinen magischen Partikel der Bücher sich offensichtlich über die Strömung im Kanal verteilt und an dessen Wänden angehaftet haben. „Warum sollte jemand den ganzen Kanal mit einem magischen Duftstoff überziehen“, fragt Violett. „Es ist ein Kommunikationsnetzwerk“, platzt Phi heraus. Alle schauen sie fragend an. „Überlegt doch mal. Wie sonst konnte der Gesang den ganzen Kanal durchdringen und wie sonst könnte jemand über die volle Länge mit all den Ratten kommunizieren. Dieser Schlamm muss eine Art magische Verbindung sein. Vermutlich lässt er sich nicht für komplexe Dinge einsetzten aber simple Befehle sind sicher leicht übertragbar“. „Das kling sehr logisch“, sagt Ninon und nickt Phi anerkennend zu. „Was auch immer unter dem Tempel auf uns wartet muss ziemlich intelligent sein. Wir müssen äußerst Vorsichtig sein. „Phi, ihr schleicht vor und erkundet die Lage. Für euch andere habe ich einige Zauber die eure Fähigkeiten im Kampf verbessern werden.

Ninon beginnt zu zaubern während Phi in der Dunkelheit verschwindet…………………

Was im Kanal geschah! Part 1 of 4

Nachdem Phi sich ihre Armbrust geholt hat und ihr Festkleid gegen etwas Altagstaugliches getauscht hat, verlässt sie ihr Zimmer im Gasthaus wieder um sich den andren auf ihrem Weg zur Bäckerei anzuschließen. Bald darauf, kriecht auch Violett unter ihrer Decke hervor. Das Fest scheint vorbei zu sein und damit auch die Gefahr in einem Rosa Tütü tanzen zu müssen. Violett bemerkt sofort, dass ihre Freundin all ihre Waffen eingepackt hat und wundert sich, warum Phi sie nicht um Hilfe gebeten hat oder ihr zu mindestens gesagt hat wo sie mitten in der Nacht voll bewaffnet hin will. Kurz entschlossen packt sie ihre Kriegsaxt und macht sich durch den finsteren Schankraum auf den Weg nach draußen um zu sehen wo die anderen hin sind. Vor der Tür ist allerdings niemand zu sehen und einzig der Lärm vom Gelage klingt zu Violett herüber. Violett überlegt wo ihre Gruppe hingegangen sein könnte. Da erinnert sie sich, dass sie durch die verschlossene Tür das Wort Bäckerei gehört hat. Ihr fällt auch ein, dass sie beim Betreten der Stadt eine solche gesehen hat. Da ihr nichts Besseres einfällt, macht sie sich auf den Weg um vielleicht ihre Kameraden dort zu finden. Violett schleicht durch die nächtlichen Gassen von Crossing. An einer Stelle meint sie kurz etwas über den Dächern der Häuser aufsteigen und wieder hinunterfallen zu sehen. Aber als sie ihre Augen darauf fokussiert, kann sie nichts Ungewöhnliches im Mondschein erkennen. Violett biegt gerade in eine Seitenstraße ein, die sie zum Platz vor der Bäckerei bringen wird, als sie einen spitzen Frauenschrei hört. Vorsichtig und völlig unbarbarisch mit dem Rücken zur Wand schleicht sie die Straße bis zu ihrem Ende entlang und blickt dort um die Ecke. Eine blonde Frau steht, im Schein zweier am Boden liegender Fackeln, mit erhobenen Händen vor einer Wand und scheint zu Zaubern. Zu mindestens macht sie mit ihren Fingern komplizierte Gesten und aus ihrem Mund ist ein leises Singen zu hören. Obwohl die Situation ungewöhnlich ist, scheint für Violett von der blonden Magd keine Gefahr auszugehen. Ohne Eile geht sie über den Platz in Richtung des Gebäudes, welches sich bei genauerer Betrachtung als die Bäckerei erweist. Als sie auf etwa zehn Meter an die Magd herangekommen ist hört das singen auf und eine zitternde Stimme sagt: „Ich habe mir schon gedacht das jemand fehlt“. Die Magd dreht sich um und Violett kann ein angstverzerrtes, schmales Gesicht sehen, das von kurzen blonden Haaren eingefasst ist.

„Ihr seid auch eine der mutigen Kriegerinnen die gekommen sind unsere Stadt vor dem bösen zu befreien“, sagt sie mit Hoffnung in der Stimme. „Eure mutigen Kammeraden haben mich armes Geschöpf gerade aus einer sehr brenzlichen Situation befreit. Ich wurde von gar scheußlichen Kreaturen überfallen. Sie stanken nach Tot und Verwesung und es wäre um mich geschehen, hätten eure Mitstreiter nicht eingegriffen“.

„Wer seid ihr und wo sind meine Freunde“, fragt Violett die aus den aus der Magd hervorsprudelnden Worten nicht schlau wird. „Ich bin nur eine kleine Magd die aus dem Keller der Bäckerei einiges Gebäck für meinen Meister holen sollte. Als ich diese Türen öffneten strömt den Kreaturen heraus und stießen mich nieder. Eure Freunde zerstreuten sie und trieben sie in die Flucht und verfolgten sie in Richtung der Zwergenfeste“.

„Dank euch für die Information“, sagt Violett und schickt sich an sich eiligst ihren Freunden anzuschließen. „Ich gehe davon aus das ihr unverletzt seid und nicht mehr meiner Hilfe bedürft“, meint sie mit einem prüfenden Blick in Richtung der Magd.

„Nun wenn ihr mich so fragt dann hätte ich schon eine kleine Bitte an euch“, sagt die Magd und ein leises Lächeln beginnt ihre Lippen zu umspielen. „Eine der Kreaturen ist wieder in den Keller geflüchtet und ich habe hinter ihr die Tür zugeschlagen und verriegelt“, sagt sie nun mit überraschend fester Stimme. Während Violett den Ausführungen lauscht ist sie wie gebannt von der melodischen und wohl artikulierten Stimme der Magd. Sie kann sich gar nicht mehr von ihren Lippen und tiefen grünen Augen losreißen und irgendwie kommt ihr die Magd seltsam vertraut vor. Sie hat das Gefühl schon seit Jahren mit ihr befreundet zu sein und er innige Wunsch ihr zu helfen und sie zu unterstützen durchströmt sie. Sie wird völlig von der Magd in den Bann gezogen und auch wenn sie sich dem Gefühl nicht entziehen kann, dass etwas nicht stimmt so ist sie sofort Feuer und Flamme als die Magd sie davon überzeugt, doch bei der Getreideluke hinter der Bäckerei nachzuschauen, ob die Kreatur nicht dort wieder heraus kriecht. „Ihr müsst alles töten was aus dieser Luke kommt. Schlagt zu sobald ihr etwas seht. Sonst könnte es für euch zu spät sein“. Wie von Sinnen läuft Violett um das Haus und lässt die hämisch grinsende Magd hinter sich stehen. Tatsächlich findet sie auf der Hinterseite der Bäckerei gleich eine Luke die dazu genutzt wird Säcke mit Mehl und Getreide schnell in den Keller zu befördern. Aus der Luke selbst dringt Kampflärm und Geschrei. Offenbar ist was immer im Keller ist nicht alleine. Kurzerhand reist Violett das Gitter von der Wand, dass die Luke verschließt. Dahinter befindet sich ein fast senkrechter Schacht der nach unten in den Keller führt. Die flehende Stimme der Magd in ihrem Kopf bedrängt Violett sich sofort hinunter zu stürzen um was immer in diesem Keller ist den Gar auszumachen. Sie ringt sich aber doch dazu durch zuerst noch ein Seil an einer der Kisten zu befestigen, die rund um die Luke gestapelt sind. Dann klettert sie kopfüber den Schacht hinunter. Axt voraus um sofort alles zu töten was ihr in diesem Keller begegnet…………..

Zu hunderten stürzen die Ratten aus der Falltür in eure Richtung. Phi stößt einen spitzen Schrei aus und klettert auf Andersons Schultern während dieser Seite an Seite mit Roland seinen Hammer niedersausen lässt. Knochen und Hautfetzten fliegen nach allen Seiten als sich der Strom über die Gruppe ergießt. Kleine spitze Zähne und Krallen finden Öffnungen in jeder Rüstung und Robe und bald seid ihr alle mit hunderten blutenden Schnitten übersäht. Hinter sich hört Anderson das Singsang der beiden Spellcaster Ninon und Corin. Ein lautes Klatschen ist zu hören und einen Meter vor Anderson scheint der Knochenrattenschwarm zu explodieren als sich ein Feuerball in die Masse der Leiber hineingräbt. Verkohlte Rattenreste fliegen in alle Richtungen und ein Platz fast zwei Meter im Durchmesser ist plötzlich völlig von Ratten gesäubert. Mit heiligem Zorn verdoppelt Anderson seine Anstrengungen und nutzt den kurzzeitigen Vorteil um die Schneise in den Rattenkörpern noch weiter zu schlagen. Mit einem vereinten Sturmlauf von Roldan und ihm gelingt es die Ratten sehr schnell auseinander zu treiben. Auf seinen Schulter pflückt Phi eine der letzten aus Andersons langem schwarzen Haaren und zerquetscht den filigranen Untoten in ihrer Hand.

„Das war ja gar nicht so schwer“, meint sie und hüpft beschwingt von Andersons Rücken. „Für eine ordentliche Falle war das ziemlich mies“, meint sie grinsend in Richtung des keuchenden Andersons. „Noch sind wir nicht aus dem Keller draußen“, mahnt Ninon. „Wer weiß was hier noch für Unangenehme Überraschungen lauern“. Phi inspiziert die „zugeflossene“ Wand. „Sieht aus wie beste Zwergenarbeit“ meint sie mit so etwas wie Anerkennung in ihrer Stimme. „Was auch immer das für ein Zauber war er hat ganze Arbeit geleistet. Hier werden wir wohl nicht rauskommen“.

Wir sollten die Luke in den Kanal mit irgendetwas verschließen“, sagt Anderson mit besorgter Miene. „Es könnte ja sein das da unten noch mehr Ratten sind“. „Das könnt ihr euch sparen“, sagt Ninon. Im Boden sind überall Löcher eingelassen wohl um beim Reinigen des Kellers das Wasser abfließen zu lassen. Ihr werdet sie nie alle finden. Wir sollten besser nach einem weiteren Ausgang suchen. Es kann ja nicht nur einen Geben“. Alle beginnen die Keller zu durchsuchen und die Wände abzuklopfen. „Ich glaube ich habe hier etwas“, ruft Phi während sie einen Stapel mit Mehlsägen umwirft. Dahinter kommt ein vergittertes Loch mit zum Vorschein. „Das sollte groß genug sein um mich durch zu zwängen und Hilfe zu holen“.

„Äh…. Leute“, unterbricht sie Ninon. „Ich glaube wir haben ein Problem“. Alle drehen sich zur Luke um an dessen Rand wieder ein Ratte sitzt. Lange Schnurrbarthaare zittern als sie hörbar die Luft einsaugt. Diese sind aber auch schon das Einzige was auf eine normale Ratten schließen lässt. Abgesehen davon das sie so groß ist wie ein Bernhardiner, ist ihr Körper auch mit Schuppen statt einem Peltz überzogen. Lange spitze Zähne stehen aus einem großen Maul hervor von denen grüner Geifer tropft der mit einem leisen zischen auf dem Boden auftrifft. Aufmerksame, fast menschlich wirkende Augen beobachten jeden eurer Schritte genau. „Was in den neun blutigen Höllen ist das“, fragt Phi entgeistert. „Entweder das ist ein magisches Experiment kräftig schief gelaufen oder ich will nicht wissen was die Leute von Crossing in ihre Toiletten werfen“, sagt Anderson der wieder seinen Hammer gezogen hat und seine Schultern für den kommenden Kampf lockert. Auch die anderen ziehen langsam und vorsichtig ihre Waffen. Die Riesenratte beobachtet euch weiter aufmerksam. Ganz leise und fast nicht hörbar steigt Musik aus der Luke auf. Die Ratte spitzt aufgeregt die Ohren und auch ihr lauscht genauer hin. Ihr hört wieder das rascheln von felligen Leibern, das Kratzen kleiner Füßchen und verärgertes quietschen. Doch wo zuvor diese Geräusche nur aus der Luke zu kommen schienen, kommen sie nun von überall her. Ein leises Rumoren ist zu hören und Mehlsäcke beginnen von ihren Stapel zu rutschen. Mit dem Geräusch einer gegen eine Klippe krachenden Welle ergießen sich abertausende Ratten in den Keller. Doch dieses Mal sind es nicht fragile Knochenratten sondern echte Ratten aus Fleisch und Blut und sie kommen aus jeder Ritze jedem Loch und scheinen sogar von der Decke zu fallen. Haltet stand und mir nach schreit Anderson und stürzt sich mit gezücktem Hammer in die Horde…………………………..

Was an Halloween geschah

Wieder in der Seidenen Elfe angekommen verschwindet Phi mit ihren und Violetts Kleidern in deren gemeinsamen Zimmer. Den Rest des Nachmittags verbringt die Gruppe damit sich aufzudonnern und ihre Garderobe in Ordnung zu bringen. Außerdem zwingt euch euer übertriebenes Sicherheitsbedürfnis die Waffen die normalerweise für eine Invasion reichen würden in eurer Kleidung zu verstecken.

Kurz vor Einbruch der Nacht trefft ihr euch nochmals in Ninons Zimmer um eure subtilen Zeichen für Probleme auszumachen und euch einen Schlachtplan zurecht zu legen falls doch etwas passieren sollte. Violett ist nicht mit von der Partie. Auf Ninons Nachfrage meint Phi, das sich Violett unwohl fühlt und wohl Probleme mit der Verdauung bekommen hat. Ninon ist überrascht ob des plötzlichen unwohlseines und bohrt weiter nach.

Phi gesteht ihr, das möglicherweise irgendeine hier sicher nicht anwesende Person der Barbarin weiß gemacht hat, das es bei solchen dörflichen Festen brauch ist, dass die weiblichen Ehrengäste in einem rosa Tüllkleid den Abend eintanzen wonach Violett unter ihrer Bettdecke verschwand. Ninon wirft Phi einen bösen Blick zu den diese mit einem breiten Grinsen quittiert. „Nun gut“, meint Ninon dann resignierend. „Wir werden wohl kaum die Barbarin in ein paar Minuten gewaschen und herzeigbar in ein Kleid stopfen können. Dann muss es eben ohne sie ablaufen. Hoffentlich bereut ihr diesen Scherz nicht noch“.

Die Gruppe verlässt die Schank durch den Vordereingang und sofort ist unmissverständlich klar das ein Fest im Gange ist. Musik tönt vom Vorplatz herüber und Shgalls Stimme ist deutlich zu hören als er eine Rede über die nahe Rettung der Stadt hält. Bei eurem Herankommen, wendet er sich euch auch gleich zu und baut eure Ankunft auch gleich in seine Rede ein. „Seht unsere Helden sind eingetroffen“, sagt er feierlich. „Bestimmt hattet ihr heute bereits einen anstrengenden Tag und konntet unseren Problemen schon etwas auf den Grund gehen. Aber nun ist Zeit zu tanzen zu feiern und euch hochleben zu lassen. Liebe Freunde“, sagt er und wendet sich wieder dem Publikum zu. „Ich präsentiere euch Anderson den Krieger. Ein gläubiger Streiter für das Recht der ein Gelübde abgelegt hat nicht eher zu ruhen bis alles Unheil von dieser Welt getilgt ist“. Bei diesen Worten winkt er Anderson herauf. Natürlich hat er zuerst die Begrüßung der nichtadeligen gewählt um dem einfachen Volk zu zeigen, dass die Streiter aus Triefwasser aus ihrem Kreis kommen. Als Anderson auf das Podest steigt, fallen ihm die eingefallenen Wangen und die unterränderten Augen von Shgall auf. Offenbar hat ihn das nächtliche Intermezzo sehr mitgenommen. Aber als erfahrener Redner und Politiker kann er dies sehr gut kaschieren. Die Kapelle, die für die musische Untermalung sorg ist für eine solch kleine Stadt auch perfekt auf solche Events eingestimmt, da sie sobald Anderson das Podest betritt nicht nur eine Hymne von Farus zu spielen beginnt, sondern auch noch langsam leiser wird um dem Publikum die Möglichkeit zu geben Anderson zuzuhören falls dieser etwas sagen will. Diesem ist jedoch die große Aufmerksamkeit eher peinlich und außer einem gemurmelten „Dankeschön“ kommt nicht viel heraus. „Sehr schön, sehr schön“, sagt Shgall und bugsiert Anderson in die Arme eines Bediensteten der ihn zu seinem Platz geleitet. „Darf ich nun um einen tosenden Applaus für Phi bitten. Lasst euch von ihrer Statur nicht täuschen. Sie ist Geschickt und flink und ein Halbling des Volkes der schon so manche tyrannischen Machenschaften aufgedeckt und so manches Diebesgut den armen Besitzern wiederbeschafft hat“. Im Publikum werden Bierhumpen zum Salut erhoben als Phi die Bühne betritt und auch einige anzügliche Pfiffe sind zu hören. Phi hebt die Hände um die Stadtbewohner zu beruhigen und wartet bis sie einigermaßen verstummt sind. „Danke für diesen freundlichen Empfang und die nette Vorstellung“, brüllt sie über das Gemurmel des Publikums hinweg. „Ich bin sehr Dankbar heute hier sein zu dürfen und mit so braven Leuten wie euch zu feiern. Aber auch über die weniger braven freue ich mich sehr“, grinst sie lasziv und erntet dafür weitere Pfiffe und Gelächter. „Ich will euch keine lange Rede halten weil sonst der Ochse kalt und das gute Bier warm wird. Also lasst uns schnell mit der Vorstellung fertig werden. Stadtvogt bitte seit so gut und stellt noch das letzte anwesende Mitglied unserer Runde vor. Unsere mächtige Barbarin wollte leider nicht an diesem Gelage teilnehmen und ist stattdessen in den Wald gegangen um mit einem Bären Arm zu drücken“. Damit übergibt sie wieder an Shgall und folgt einem weiteren Diener zu ihrem Platz.

„Sehr schön, sehr schön“, sagt Shgall wieder und versucht die Menge nach Phi’s Auftritt wieder unter Kontrolle zu bringen. „Dann kommen wir zum letzten Mitglied unserer Abenteurer. Liebe Freunde ihr müsst wissen, dass der Hohepriester von Hextor selbst im fernen Triefwasser sich unsere kleine Gemeinde angenommen hat. Und er sandte spirituellen Beistand aus seinem engsten Zirkel. Bitte begrüßt mit mir ganz herzlich die Lady Ninon Delphine Ansari“. Leises Klatschen ist zu hören. Dafür tönen die Buhrufe bei der Erwähnung von Hextor umso lauter. „Bitte beruhigt euch liebe Freunde“, versucht Shgall die Leute wieder unter Kontrolle zu bekommen. „Wir hatten einige Unstimmigkeiten mit der hextorianischen Priesterschaft, aber ich bin mir sicher, dass Lady Ansari hier auch dazu beitragen kann hier die Wogen zu glätten. Bitte spendet nochmal einen herzlichen Applaus für unsere Abenteurer und bitte bedient euch, das Buffet ist eröffnet“. Auf diese Worte hin brandet wieder Jubel auf und Shgall führt Ninon persönlich zu ihrem Platz an seiner linken Seite.

„Bitte entschuldigt“, sagt er an Ninon gewandt. „Es sind momentan viele Gerüchte und Ängste in der Stadt unterwegs und die Taten eurer Priesterschaft haben nicht dazu beigetragen das sich die Bevölkerung wohler fühlt“. „Ihr müsst euch nicht entschuldigen“, meint Ninon dazu. „Diese Reaktion zeigt mir nur, dass wir, sobald das Problem mit den Untoten gelöst ist, einiges an Arbeit vor uns haben um der Kirche Hextor wieder den Respekt in eurer Gemeinde zu erarbeiten den sie verdient“.

„Sehr schön“, sagt Shgall wieder. „Aber nicht heute. Heute ist Zeit zu tanzen und zu feiern. Wir bekommen momentan so selten die Gelegenheit die Seele einfach baumeln zu lassen. Darf ich euch die anderen Ehrengäste vorstellen“?

Mit einer weitausholenden Geste zeigt Shgall auf Tische die am Podium aufgestellt wurden. Zwei der Anwesenden sind Brock und Randulf die ihr ja schon kennt. Außerdem sitzt Garlak am Tisch der, wie ihr erfahrt, nicht nur Gerber und Schneider, sondern auch der Vorsitzende der örtlichen Gilde der Gewerbetreibenden ist. Außerdem ist auch die Kirche mit Makrat vertreten der in Crossing der oberste Pelorianer ist. Der Platz zu seiner Rechten ist allerdings freigeblieben, und wäre für Wieland reserviert. Desweitern wird euch ein dürrer knochiger Gnom als Ladislav Wis vorgestellt. Der kleine braunhaarige Mann wirkt etwas unglücklich mit der Situation. „Ihr scheint mit dem Fest nicht sehr zufrieden zu sein“, wirft Ninon ein während sie dem Gnom die Hand schüttelt. „Wäret ihr glücklich wenn die Stadt eure sauer erarbeiteten Ressourcen für solche dekadenten Gelage requiriert“, fragt er mit bösem Blick. „Da rackert man sein ganzes Leben um sich ein klein wenig Wohlstand für seinen Lebensabend zusammenzusparen und dann wird einem das wenige auch noch genommen“. „Aber lieber Ladislav“, versucht Shgall zu beruhigen. Du wurdest doch bestimmt fürstlich von Randulf für diese kleine Gefälligkeit belohnt. Und ein wenig Solidarität mit unserem schönen Örtchen schadet auch deiner Reputation nicht“. Grummelnd sinkt der Gnom wieder auf seinen Stuhl und beginnt lustlos an einer Kartoffel zu kauen während er den Essenden Menschen weiterhin böse Blicke zuwirft. „Ihr müsst Ladislav entschuldigen“, wendet sich Shgall an Ninon. „Er ist eigentlich ganz umgänglich solange er nicht für das zahlen muss worüber man spricht. Aber als einziger Müller und landwirtschaftlicher Großgrundbesitzer ist es nun mal seine Pflicht die Stadt mit Lebensmitteln zu versorgen. Ah aber hier haben wir noch einen weiteren gütigen Spender. Darf ich euch mit Orlan Starkbier bekannt machen. Er ist der Besitzer des lachenden Trolls und hat die zwei Fässer Bier gespendet die uns heute euren Gaumen erfreuen werden. „Es sind drei Fässer lieber Astil, ihr vergesst mein Spezialbier“, sagt ein kräftiger schwarzhaariger Zwerg, während er Ninon einen Kuss auf die Hand drückt. „Es ist mir eine Freude eure Bekanntschaft zu machen Lady Ansari. Lasst mich die Gelegenheit auch gleich nutzen um eine Einladung an euch und eure Gefährten auszusprechen. Ihr seid jederzeit im lachenden Troll willkommen meine traditionellen Köstlichkeiten zu probieren und natürlich ist das Bier für euch gratis. Zumindest bis Ende der Woche“, fügt er augenzwinkernd dazu. „Danke lieber Orlan“, sagt Shgall. Ich will euch die Lady Ansari noch kurz vorenthalten um ihr noch den letzten Gast vorstellen zu können“. Zu Ninon gedreht meint er „ Darf ich euch noch mit Ranak Steinbrecher bekanntmachen. Er ist der Anführer der Zwerge in der Stadt. Der Kommandant wenn ihr so wollt. Und ein fieser Verhandler noch dazu“, sagt er mit einem herzlichen Lachen. Der kahlköpfige Zwerg der euch zuletzt vorgestellt wurde macht eine leichte Verbeugung. Die komplette linke Seite seines Körpers ist von einer schweren Verletzung gezeichnet. Sein Gesicht hat tiefe Narben und sein linkes Auge ist milchig und Blind. Wo sein linker Arm sein sollte hängt nur der Ärmel seiner Kettenrüstung lose herab. Es muss eine furchtbare Brandverletzung gewesen sein die der grauhaarige, knorrige Zwerg erlitten hat, die ihn so zurichtete. „Ranak Steinbrecher zu euren Diensten“, stellt er sich vor. „Wie ich hörte seid ihr eine Anhängerin von Hextor. Nun mit dem Glauben ist das so eine Sache aber ich hoffe das wir zumindest in militärischen und organisatorischen Belangen gut zusammenarbeiten können“. „Ich wurde lange in der Diplomatie geschult guter Herr Steinbrecher“, säuselt Ninon. Ich bin mir sicher, dass wir, falls es notwendig wird gut zusammenarbeiten können“. Mit diesen Worten wendet sie sich von den Zwergen ab und begibt sich auf ihren Platz der zwischen Shgall und Randulf liegt. Jedem Gruppenmitglied ist ein eigener Mundschenk zugeteilt, die sich auch gleich nach euren Wünschen erkundigen. Während Ninon und Anderson mit Wasser und Apfelwein vorlieb nehmen, besteht Phi darauf das Zwergenbier zu probieren. Alleine schon aus nostalgischen Gründen besteht sie darauf etwas von diesem speziellen Gebräu zu probieren. Der Mundschenk teilt ihr mit, dass sie sich in diesem Fall leider selbst zur Schank bemühen muss, da man sich diesen speziellen Trunk nur persönlich und unter dem gestrengen Blick des Fasswartes abholen darf. Phi hat damit kein Problem und zwängt sich an den tanzenden und trinkenden Bürgern vorbei zu einem rothaarigen Zwerg der mit vor der Brust verschränkten Armen über ein kleines schwarzes Fass mit aufgemalter Dunaidin Rune wacht. „Ich hätte gerne einen Becher eures Spezialbiers“, beginnt Phi das Gespräch wobei sie die zwergische Sprache verwendet um Eindruck zu schinden. Dies scheint aber den Fasswart nicht zu beeindrucken, was in einer Stadt die sogar ein zwergisches Viertel hat nicht verwunderlich ist. Phi hält ihm trotz Kopfschüttelns unbeirrt ihren Becher hin und sagt: „Nun kommt schon. Ich bin unter Zwergen aufgewachsen und dies ist nicht mein erstes Starkbier“. Man sieht wie es im Kopf des rothaarigen Zwerges zu arbeiten beginnt und langsam scheint sich der Gedanke „Ehrengast“ in seinem Schädel zu manifestieren. „Ähem“, räuspert er sich. „Ich bin mir nicht sicher ob ihr ein so potentes Getränk zu euch nehmen solltet. Immerhin habt ihr in den nächsten Tagen wohl einiges vor und ich könnte es mir nicht verzeihen euch von euren Pflichten abzuhalten“. „Schenkt einfach ein“, lacht Phi. „Ich bin erwachsen und kann auf mich selbst aufpassen“. Achselzuckend befüllt der Zwerg Phis Becher bis knapp unter den Rand. „Wohl bekomms“, meint er und reicht ihr den Becher zurück. Phi nimmt einen tiefen Schluck und wohlige Wärme breitet sich in ihrem Körper aus. Das Malzgetränk hat wirklich eine hervorragende Qualität und kann sich durchaus mit dem Messen was sie aus den Baraustuben ihrer Jugend kennt. Mit einem Augenzwinkern bedankt sie sich beim überraschten Fasswart und kehrt zu ihrem Platz zurück.

Ninon ist mittlerweile mit Randulf in eine Diskussion über das Verhältnis mit der hextorianischen Kirche eingestiegen. Da es für Phi nichts Weiteres zu tun gibt, lässt sie sich etwas von dem köstlich duftenden Ochsen servieren und beginnt mit Heißhunger zu essen. Die Kapelle schlägt bei ihrer Musikauswahl nun eine flottere Gangart an und der elfische Barde untermalt das Ganze mit einem lustigen Lied über ein ungezogenes Holzfällermädchen. Phi will sich gerade noch etwas zu essen bestellen, als Orlan zu ihr herüber kommt. „Wir wurden uns noch nicht richtig vorgestellt“, beginnt er. „Mein Name ist Orlan Starkbier und ich bin der Besitzer des lachenden Trolls. Mir wurde zugetragen, dass ihr unter Zwergen aufgewachsen seid. Hättet ihr vielleicht Lust bei einem Tanz ein bisschen über eure Jugend zu plaudern? Ich bin ziemlich neugierig auf Geschichten aus anderen Klans und sicher habt ihr auch einige Fragen zu unserer kleinen zwergischen Gemeinde“.

Erfreut über die Aufforderung nimmt Phi Orlan’s Hand und reist den überraschten Zwerg mit auf die Tanzfläche.

Sie beginnt von ihrer Jugend in den Stollen als „Klopfratte“ zu erzählen und von den vielen schönen Abenden in den Höhlen wo sie Geschichten von fernen Ländern und Abenteuern hörte. Aber auch die düstern Momente alleine in der Grube oder auch ihren finalen Abschied von den Zwergen lässt sie nicht aus. Orlan ist ein passabler Tänzer und ein guter Zuhörer und unterbricht sie nur selten um ein paar Fragen zu Braumethoden und Glaubensritualen zu stellen. Dann ist Phi an der Reihe und beginnt Orlan über die Zwerge in Crossing und in ihrer Hauptmine in Brindolor zu löchern. Sie erfährt, dass in Crossing um die 40 Zwerge wohnen und arbeiten wovon, was sie natürlich sehr interessiert 8 ausgebildete Krieger sind. Der Rest sind Händler und Handwerker die aber durchaus auch wissen wie man eine Axt schwingt. „Leider ist das Verhältnis zwischen den Zwergen und der Stadt momentan wegen der zweimaligen Steuererhöhung etwas angespannt“, gesteht Orlan zögerlich. „Deswegen wurden Ranak und ich auch in den Stadtrat miteingegliedert um die Interessen der Zwerge direkt beim Vogt zu Vertreten. Den Stadtrat sehr ihr übrigens in seiner Vollzähligkeit oben auf der Tribüne. Wobei das stimmt nicht ganz weil der Wieland ist ja nicht da. Ich meine ich kann ja verstehen, dass die Stadt in Notsituationen Geld braucht. Die erste Erhöhung wo Geld gebraucht wurde um in Telperiona zusätzliche Lebensmittel zu kaufen haben wir ja auch gerne noch mitgetragen. Aber die zweite die einzig dafür da war die Stadtwache besser auszurüsten verstehe ich nicht. Ich meine habt ihr euch die Stadtwächter mal angesehn? Sie tragen besten zwergische Kettenhemden und Lederne Tuniken und Wappenröcke. Ich kenne Armeen die schlechter ausgestattet waren“, meint Orlan kopfschüttelnd.

„Nun ja“, meint Phi die sich in Orlans Armen wohl zu fühlen beginnt. „Die Gefahr die von den Untoten ausgeht ist ja wohl nicht weg zu diskutieren und ich denke, dass weder Randulf noch Shgall wirklich Ahnung von militärischen Belangen haben. Deswegen haben sie vermutlich die beste Ausrüstung gekauft, die sie in die Finger bekommen konnten“.

„Sie hätten uns einfach fragen können“, meckert Orlan. Ranak hat mehr Kampferfahrung in seinem blinden Auge als die gesamte Stadt zusammen. Und ich kann nicht wirklich eine reale Gefahr sehen. Versteht mich nicht falsch ich habe die Leichen gesehen und natürlich ist alles sehr tragisch. Aber wir sind hier nun mal in einer Frontier Region und hier gibt es brutale Todesfälle. Nur weil die Toten Biss- und Kratzspuren aufweisen die irgendwie humanoid wirken steht nicht gleich eine untote Armee vor der Tür. Ich erinnere mich an einen Winter vor etwa 30 Jahren. Es war ein schlechter kalter Sommer gewesen und essen war rar für uns und für die Wildtiere auch. Damals kamen die Wölfe bis in die Stuben der Bauernhöfe und haben sogar bewaffnete Patrouillen angegriffen. Aber da hat keiner etwas von widernatürlich oder Nekromantie gefaselt. Das ist doch alles nur Aberglaube und Fantasterei“.

„Seit euch da nicht so sicher“, unterbricht Phi Orlans Redefluss. „Wir haben die Untoten gesehen. Zumindest einige von ihnen haben uns gestern Nacht in der seidenen Elfe überfallen“, sagt sie und beginnt Orlan von der letzten Nacht zu berichten. „Hm. Nun bin ich aber sprachlos“, meint ein nun plötzlich ernst wirkender Orlan. „Es ist ziemlich seltsam, das eine Gruppe schwerbewaffneter Abenteurer überfallen wird, während Unsere nur mit leichter Eskorte ausgestatteten Karawanen aus Brindolor unbehelligt durchkommen. Ich glaube wir sollten die Sicherheitsmaßnahmen erhöhen und unsere eigenen Nachforschungen anstellen. Aber ich fürchte, dass es lange dauern wird bis Brindolor reagiert. So lange es nicht direkt angegriffen wird ist unser Jarl meist etwas langsam in seiner Reaktion“. „Besteht denn für Brindolor kein Risiko“, fragt Phi ungläubig. „Nun nicht wirklich“, meint Orlan der nun sogar schon wieder lächelt. „Wir können innerhalb kürzester Zeit 5000 Schildzwerge mobilisieren und die Ausgänge von Brindolor sind überall um den Klirka verstreut. Ein paar Todesfälle in einer begrenzten Region rund um uns herum, wecken da noch niemanden wirklich auf.

Während Phi sich auf der Tanzfläche vergnügt wird Ninon immer unrunder, da sie noch von niemenden zum tanzen aufgefordert wurde. Anderson hat begonnen sich mit Ranak über den in Brindolor angebeteten Pantheon zu unterhalten und fällt als schnelle Lösung aus. Also versucht sie mit einigen Bemerkungen über die schöne Musik, und die geschickten Tänzer die Aufmerksamkeit der Ehrengäste zu bekommen. Schlussendlich scheint bei Shgall der Groschen zu fallen und er stachelt Randulf dazu an doch mit der Lady Ansar zu tanzen. Er ist wenig begeistert aber es bleibt ihm nichts anderes übrig als sich zu fügen. Und so bietet er Ninon seine überraschend zarten Hände an und zieht sie auf die Tanzfläche. Er ist ein verdammt geschickter Tänzer und weiß eindeutig wie man führt. Auch sind seine Bewegungen so ausgefeilt, dass man eine höfische Ausbildung merkt. Ninon nutzt die Gelegenheit um mit ihm ins Gespräch zu kommen. „Ihr solltet mit Wieland ins Reine kommen“, beginnt sie. Die Kirche Hextors ist sicher ein wichtiger Verbündeter für euch und es muss doch möglich sein solch eine kleine Streiterei aus der Welt zu schaffen“.

„Es tut mir leid Lady Ansari aber die Initiative muss von ihm ausgehen“, seufzt Randulf. Er hat sich der Staatsgewalt wiedersetzt und jedwege Möglichkeit die wir ihm zur Entschuldigung gaben ausgeschlagen“.

Vielleicht könnte ein persönliches Gespräch zwischen Shgall und ihm diesen Streit schlichten“, meint Ninon. „Was schlagt ihr vor“, sagt randulf etwas harsch während er Ninon in einer gewagten Linksdrehung herumwirbelt. „Das Lord Shgall wie ein Bittsteller in den Tempel geht? Ich glaube ihr verkennt die Situation. Wieland ist nicht der Herrscher der Stadt und es liegt an ihm zu Lord Shgall zu gehen und ihn um Verzeihung zu bitten. Ich weiß es ist eine schwierige Situation aber wo kämen wir hin wenn wir die Hierachie über den Haufen werfen? Pures Chaos wäre die Folge und das müssen wir vorallem jetzt vermeiden. Außerdem bin ich davon überzeugt, dass wenn es zu einem Angriff kommen sollte die Hextorianer sich schnell daran erinnern werden wo ihre Loyalitäten liegen. Ich weiß das Wieland sein Ego und seine Ambitionen noch eine Zeit lang im Weg stehen werden aber er wird sich fügen. Davon bin ich überzeugt“.

„Nun ich werde in diesem Punkt versuchen auf ihn einzuwirken“, sagt Ninon. „Vielleicht gelingt es mir zwischen der Stadt und der Kirche zu vermitteln. Was mich aber noch interessiern würde wäre ob es Stimmen im Stadtrat gab die gegen einen Hilferuf an Triefwasser waren. Wisst ihr dieser Überfall auf uns gestern Nacht kann kein Zufall sein und ich habe das Gefühl, dass es jemanden in der Stadt gibt der uns loswerden will“. Randulf denkt nach und kleine Fältchen kräuseln sich in seinem wieder perfekt rasierten Gesicht. „Nun es gab tatsächlich eine Stimme die sich dagegen Aussprach um Hilfe zu schicken. Ihr werdet es nicht glauben aber es war Wieland selbst der gegen einen Hilferuf war“.

„Nun das kann ich verstehen“, sagt Ninon. „Ihr kennt unseren Glauben und bei Hextorianern ist es das Schlimmste Schwäche zu zeigen. Wenn er um Hilfe bittet, dann ist das ein Zeichen von Schwäche. Er muss damit rechnen, dass der Hohepriester ihm möglicherweise jemanden zur Seite stellt, der seine Fähigkeiten prüft“.

„Und dieser jemand seid dann wohl ihr“, meint Randulf schelmisch. „Gut mitgedacht aber nein“, sagt Ninon. Bis jetzt wusste ich nichts davon, dass Wieland uns nicht hierhaben wollte. Aber lasst uns ein bisschen über euch reden Randulf. Es ist eine interessante Position in der ihr das seit. Und das ganz ohne eines Adelstitel. Ihr könnt offensichtlich gut mit Leuten umgehen. Ich frage mich welcher Proffession ihr nachgeht“.

„Nun in meinem Leben vor der Politik war ich Barde. Ich reiste durch die Länder und trug an Höfen und in Schenken Geschichten und Heldenepen vor. Ich hatte immer ein Händchen und die Fähigkeit Leute dazu zu bringen mir zuzuhören und auch das zu tun was ich von ihnen will. Sei es nun mit einen Drink zu spendieren oder eine besonders schwierige finanzielle Entscheidung zu treffen“.

„Faszinerend“, sagt Ninon mit ehrlicher Begeisterung. „Sagt tragt ihr noch immer Reime vor“?

„Nun manchmal gebe ich noch etwas zum Besten“, sagt Randulf schon fast etwas Hochnäsig. „Wollt ihr ein kurzes meiner Werke hören“? „Gleich hier“, Fragt Ninon ungläubig?

„Wo sonst? Dies ist doch eine tolle Gelegenheit und so ein großes Publikum“. Mit diesen Worten gibt Randulf dem Barden ein Zeichen zu verstummen und beginnt zu rezetiere.

Ich liege hier im Saal

durch das Fenster schimmert Licht

ich lieg in den Strahlen

doch fühl ich sie nicht.

Rund um mich, sind Kerzen aufgestellt

damit man später mir, die dunkle Nacht erhellt.

Sie sind aus Bienenwachs gegossen,

wie hätt ich den Geruch genossen.

Die Bettstatt ist mit Samt bespannt,

doch hat meine Haut sie nicht erkannt.

Am Fenster steht in schwarzen Tuch,

ein Engel mit dem heil’gen Buch.

Die Stimme mit Gesang verführt,

der leider nicht mein Ohr berührt.

Doch ist der Engel nicht allein,

den an seiner Seite kann es sein,

steht eine Elfe wunderschön,

was hätt ich sie gern angesehn.

Ihr Blick wird glasig und ängstlich ist ihr Schritt,

als sie nun an mein Lager tritt.

Sie streicht mir sanft übers Gesicht,

doch wieder spüre ich es nicht.

Dann sind ihre Lippen auf den meinen,

und ich hör sie leise weinen.

Doch mein Herz frohlockt voll Wonne,

den plötzlich seh und fühl ich Sonne,

die Engelsstimme klingt hell und rein,

und duftend sind die Kerzelein.

Der Kuß ist aus ihr Antlitz fort,

doch meine Seele krallt an diesen Ort.

Nun sinkt sie ab in Dunkelheit,

zu warten für die Ewigkeit,

auf das die Elfe sie berührt

und in das Licht der Hoffnung führt.

Während Randulfs Vortrag ist es absolut still auf dem Platz geworden. Auch nachdem er geendet hat bleibt es einen Moment still. Dann brandet tosender Jubel auf und Bierkrüge werden zustimmend auf Tische gehämmert. Randulf verbeugt sich und führt Ninon zurück auf den Platz. Nachdem die Vorstellung vorbei zu sein scheint wenden sich die Leute wieder ihrem Bier und Essen zu und auch der Barde samt seiner Kapelle beginnt wieder zu spielen.

Langsam schüttelt Ninon auch wieder die Faszination ab die Randulfs Vortrag und Stimme in ihr ausgelöst hat. Dieses Erlebnis war schauerlich und aufregend zugleich und Ninon muss sich erstmals etwas ordnen. Dabei bemerkt sie, dass in ihrer Tasche eine Papierrolle hat die vorher noch nicht drinne war. Aufgeregt deutet sie Phi, die ebenfalls von tanzen zurückgekommen ist ihr zu folgen. „Lady Ansari“, ruft ihr da Randulf nach. „Ist euch nicht gut? Kann ich euch helfen?

„Ich will mich nur frisch machen“, lügt Ninon. „Dann gebe ich euch lieber Trude mit“, sagt er mit einem Seitenblick auf eine der Mägde die ebenfalls den auf der Tribüne sitztenden zu diensten ist. „Falls ihr etwas braucht wendet euch vertrauensvoll an sie“.

„Das ist sehr nett von euch“, lächelt Ninon Randulf an. Kaum außer Hörweite der Tribüne zischt Ninon der Magd zu an Ort und Stelle zu bleiben. Sie verschwindet mit Phi in einem der Toilettzelte. Dort zieht sie das Pergament aus ihrem Kleid. „Das muss mir jemand während Randulfs Vortrag zugesteckt haben“, sagt sie zu der kleinen Diebin. Das Papier scheint völlig unscheinbar und nach einer kurzen Untersuchung von Phi öffnet Ninon die Rolle. Zu Boden fällt etwas, dass wie ein feuchter Lappen aussieht. Auf dem Papyrus steht in breiten braunen Lettern geschrieben. TREFFT MICH NACH DEM FEST BEI DER BÄCKEREI. „Das ist Blut“, sagt Ninon und kratzt über das Papier. „Und das ist ein Hautfetzen“, sagt Phi und hebt den Lappen mit ihrem Dolch hoch. „Hier ist ein Brandzeichen“, bemerkt sie weiter. „Ja ein Zeichen von Hextor“, sagt Ninon. „Das stammt von einem Oberschenkel. Wer immer der Spender war weilt nun sicher nicht mehr unter uns. Ich denke wir haben ein Problem“.

„Ich gebe dir Recht“, sagt Phi. „Wir müssen Anderson bescheid geben und dann eine Möglichkeit finden von hier weg zu kommen“. Damit kehren die beiden eiligst zum Fest zurück wo sich Phi schnell Anderson schnappt und zum tanzen auffordert um ihn über die Ereignisse aufzuklären. Der Hühne und der Halbling geben ein sehr seltsames Bild ab, und so ist es auch wenig verwunderlich, dass Phi nur ein paar Momente hat um mit Anderson zu sprechen bevor dieser schon wieder von einem Zwerg abgeklatscht wird, der Phi retten möchte.

Auch Ninon hat noch nicht genug von tanzen und wirft plötzlich Brock einen schelmischen Blick zu. „Wie siehts aus“, fragt sie mit einem breiten Grinsen. „Ihr solltet auch noch die Gelegenheit nutzen und mit mir tanzen“. Brock wirft ihr einen ungläubigen Blick zu und dann einen weiteren hilfesuchenden zu Randulf. Dieser kann allerdings nur mit den Schultern zucken und so bleibt Brock nichts anderes über als sich zu fügen. Er stakst mit Ninon auf die Tanzfläche und bringt auch tatsächlich einen vernünftigen Tanz zusammen bevor er sich mit einem entschuldigenden Knurren von der Tanzfläche stiehlt. Seine steifen Bewegungen machen Ninon aber mehr als stutzig und auch sein ganzes gehabe bis zu diesem Zeitpunkt passt irgendwie nicht. Einer Eingebung folgend, versuch sie heimlich einen Zauber unter dem Tisch zu wirken, der iihr zeigen würde ob es sich bei Brock um einen Untoten handelt.

„Lady Ansari ist alles in Ordnung,“ unterbricht sie die Stimme von Randulf. „Ja ja“, winkt Ninon ab und kommt unter dem Tisch hervor. „Mir ist nur mein Strumpfband verrutscht. Entschuldigt mich kurz ich werde nochmals die Toilette aufsuchen“. Sofort winkt Randulf wieder Trude heran und so bleibt Ninon nichts anderes übrig als mit ihrem Schatten zu den Toiletten zu gehen wo sie ein paar Minuten verbringt um nicht verdächtig zu wirken. Bei ihrer Rückkehr hat Shgall wieder zu reden begonnen.

„Liebe Freunde“, intoniert er. „Ihr sollt noch eine schöne Nacht verbringen aber unsere Helden müssen sich ausruhen. Also lassen wir sie jetzt gehen und treffen uns hoffentlich bald beim nächsten Fest wo wir dann ihren Erfolg feiern können“. Diese Worte bringen ihm einige Lacher und Applaus ein und legt gleichzeitig der Gruppe die Rutsche sich dezent zurückzuziehen.

Alle verabschieden sich artig von den Ehrengästen und beeilen sich dann schnellstmöglich in die seidene Elfe zurückzukommen wo sie sich bewaffnen. Dann geht es durch die Hintertür hinaus in die Nacht. Vorbei am Hextortempel schleicht die Gruppe durch die sternenklare Nacht. Im Tempel selbst brennt noch Licht und am Haupteingang stehen vier Wächter und starren angestrengt in die Nacht. „Sollten da nicht nur zwie stehen“, fragt Anderson? „Wieland hat doch gesagt das immer zwei Wächter am Haupteingang stehen. Warum haben die Hextorianer ihre Wache verdoppelt“? „Das hat bestimmt mit dem Hautfetzen zu tun“, meint Ninon. Wahrscheinlich wurde einer der Laienanhänger entführt oder sie vermuten zumindest etwas in diese Richtung“.

„Dann sollten wir sie mitnehmen“, meint Phi.

„Nein die ganze Erklärungen würden zuviel Zeit kosten und bei der angespannten Lage greifen die uns vielleicht noch an“, warnt Ninon. So leid es mir tut aber wir müssen die Sache wohl alleine durchziehen“.

Als ihr weiter durch die Nacht schleicht fällt plötzlich aus einer der Seitengassen Nebel ein und innerhalb kürzester Zeit seit ist die Gruppe in eine dicke Wolke gehüllt. Ninon spricht einen kurzen Zauber und merkt, dass Magie in der Luft liegt. Sie kann allerdings nicht die Quelle der Magie erkennen, da der ganze Nebel von ihr durchdrungen ist.

Ihr tastet euch weiter durch den dichten Nebel vor. Durch die wabernden Schwaden könnt ihr immer wieder das fahle flackern von Fackeln und Laternen erkennen, die an manchen Straßenecken angebracht sind. Das Prickeln von Magie liegt weiterhin in Luft und der Nebel will einfach nicht von euch ablassen. „Dieser Nebel muss unnatürlich sein“, sagt Anderson. „Ninon und Roland können es fühlen und diese Magie die in der Luft liegt kann nur von dem Nebel kommen“.

„Du könntest mich doch einfach hochwerfen“, sagt Phi zu Anderson. „Falls der Nebel wirklich unnatürlich ist, so wird er räumlich begrenzt sein und ich sollte über der Nebeldecke etwas sehen“. Anderson ist von der Idee wenig begeistert, lässt sich aber schlussendlich dazu breitschlagen Phi in die Höhe zu werfen. Er geht in die Knie um Phi auf seine Handflächen steigen zu lassen, und stößt sie dann mit einem kräftigen Ruck in die Höhe. Phi saust in die Höhe und durchschlägt sogleich die Nebeldecke. Von oben kann sie sehen, dass der Nebel tatsächlich nur einen sauberen, etwa 20m im Durchmesser messenden, Bereich rund um die Gruppe einnimmt. Der Rest der Stadt ist nicht mit einer einzigen Schwade bedeckt. Am Apex ihres Fluges angekommen versucht Phi den besten Ort für ihre Landung auszumachen und entdeckt den Fehler in ihrem Plan. Der Nebel überdeckt alles unter ihr und so kann sie nicht feststellen wo sie landen wird. Sie macht sich bereit sich auf der Straße abrollen zu müssen, wird aber überrascht als sie der Boden schon wesentlich früher als erwartet wieder empfängt. Offenbar hat Anderson ziemlich schief geworfen und so landet Phi sehr unsanft auf einem mit Stroh bedecktem Hausdach. Der Aufprall treibt ihr die Luft aus den Lungen und so kann sie auch nicht mehr schnell genug reagieren und rutscht vom Dach herunter um nach einem weiteren Aufprall auf der Straße benommen liegen zu bleiben. Aus dem Nebel hört sie die Stimme von Ninon, die sich erkundigt ob sich Phi verletzt hat. Sie verneint und berichtet den anderen von ihrer Entdeckung. „Was macht es für einen Sinn uns in eine Nebelwolke einzuschließen“, fragt Ninon? „Vielleicht will man uns in eine Falle locken und wir sollen sie nicht kommen sehen“, meint Phi. „Diese Falle wäre zu offensichtlich“, sagt Anderson. „Alleine die blutige Nachricht und der Hautfetzten sagt ja schon alles was man von diesem Treffen halten soll. Ich kann auch nicht erklären warum man diesen Nebel auf uns geworfen hat. Das plötzlich heranfließen aus den Gassen, und die Dumpfe Stille. Es wirkt fast wie ein schlechtes Theaterstück in dem jemand unbedingt versucht die richtige Stimmung zu einer Szene hinzukriegen“. Während Anderson noch seinen Gedanken weiter ausführt, fällt Phi auf, dass eines der Lichter im Nebel sich bewegt. Es sieht fast so aus als ob jemand mit einer Fackel oder einer Laterne kurz vor dem Nebel oder in ihm herumgeht. Phi will gerade den Rest der Gruppe auf ihre Entdeckung hinweisen als ein spitzer angstvoller Frauenschrei die Nacht durchdringt. Gleichzeitig verschwindet das Licht, das Phi gesehen hat. Der Schrei kam eindeutig aus der Richtung des Fackelscheins.

Ohne auch nur eine Sekunde zu verschwenden stürzt ihr durch den Nebel in Richtung des Schreis. So schnell dieser Aufgetaucht ist verschwindet er jetzt wieder und zieht sich in eine andere Seitengasse zurück. Ihr steht auf einem kleinen Platz vor der Bäckerei wo euch die Nachricht hinbestellt hat. Die Häuser hier stehen etwas weiter auseinander als die an denen ihr bis jetzt vorbeigekommen seid und einige sind sogar mit Schieferplatten anstatt Stroh gedeckt. Auf dem gepflasterten Platz liegt eine Fackel die eine furchteinflößende Szene beleuchtet. Eine Gestalt mit langem Umhang liegt zusammengekrümmt auf dem Boden. Über sie gebeugt stehen zwei ausgemergelte Gestalten in zerrissener Kleidung. Im trüben Licht der Fackel könnt ihr zu Klauen verkrümmte Finger und bleiche Haut erkenne, die sich trocken und rissig über teilweise sichtbare Knochen spannt. Rotglühende Augen wenden sich euch zu und ein Gefühl von Bösartigkeit und Hass schlägt euch entgegen. „Bei Farus ein Hassgeist ein Wiedergänger ein „Wigth“, zischt Anderson. Und wirklich seht ihr euch einem Gouhl und einem Wight gegenüber die wohl aus der geöffneten Kellertür herausgekommen sind die ihr an der Seite der Bäckerei erkennen könnt. Wights sind längst verstorbene die durch ihren Abgrundtiefen Hass auf alles und jedes über ihren Tot hinaus am Leben gehalten werden. Dieser scheint zusammen mit einem Gouhl die Gestalt überfallen zu haben als sie in den Keller gehen wollte. „Auf sie“, brüllt Anderson ohne zu zögern und stürmt in Richtung der beiden Angreifer. Der Wight tritt auf die am Boden liegende Gestalt ein und flüchtet zurück in den Keller während der Gouhl sich mit einem erfreuten „Brains“ auf eure Gruppe stürzt. Anderson ignoriert ihn und folgt dem Wight, der eindeutig die größere Gefahr darstellt in den Keller. Ninon hat einstweilen schon das heilige Symbol Hextors hervorgekramt und ruft ihren Gott an diese unheilige Kreatur zu bannen. Rechtschaffener Zorn durchströmt sie und der Gouhl bricht in dessen Angesicht zusammen. „Das sind keine Hirnlosen Untoten wie die die uns gestern Nacht überfallen haben“, sagt Ninon während sie weiterhin mit ihrem heiligen Symbol den Gouhl am Boden hält. „Diese hier können klar denken und ihr Handeln selbst bestimmen. Phi ihr solltet diesen fesseln. Vielleicht können wir aus ihm ein paar Antworten zu den hiesigen Vorkommnissen herausbekommen“. Phi macht sich ans Werk und Corin läuft über den Platz um der am Boden liegenden Gestalt zu helfen. Als er den Umhang zurückzieht kommt langes blondes Haar zum Vorschein. Der Kleidung nach zur Urteilen, haben die Untoten eine Magd überfallen die in den Keller wollte. Sie starrt Corin mit angsterfüllten Augen an während sie immer wieder „Warum waren sie im Keller“ stammelt. Abgesehen vom Schock kann Corin aber keine Verletzungen erkennen und so wendet er sich der Kellertür zu aus der mittlerweile Kampflärm und die Rufe von Anderson dringen. Phi hat den Gouhl mittlerweile gefesselt und will sich nun ebenfalls der Magd zuwenden die am Boden kauert. „Keine Zeit, lasst sie liegen“, schneidet sie Ninon ab die bereits in Richtung des Kellers unterwegs ist. „Wir müssen Anderson helfen. Wer weiß wie viele Untote noch in diesem Keller sind“. Mit einem letzten Seitenblick folgt ihr Phi bleibt aber auf der obersten Stufe der Treppe stehen, die in den Keller führt. Im Keller sind Säcke und Kisten gestapelt, die offensichtlich Mehl und Getreide enthalten. Am Ende des Raumes steht der Wight über ein Loch im Boden gebeugt, das bis vor kurzem von einer Falltür verschlossen war. Diese hat der Wight allerdings aus seinem Rahmen gerissen und versucht die Tür nun als Waffe gegen Anderson zu verwenden. Am unteren Ende der Treppe ist Ninon schon wieder dabei Hextor um seine Hilfe anzurufen um auch diesen Gegner schnell kampfunfähig zu machen. Der Zauber zeigt Wirkung und auch der Wight kann Ninons gottgegebener Macht nicht wiederstehen und sinkt wiederstrebend zu Boden. Anderson hebt seinen Hammer zum Schlag um die unnatürliche Existenz zu beenden doch ein scharfer Befehl von Ninon stoppt die Bewegung. „Zuerst möchte ich von ihm erfahren was hier los ist“, keucht sie während sie sich angestrengt auf ihren Zauber konzentriert. „Sag uns wer dich geschickt hat und was du in dieser Stadt machst“, fährt sie den Wigth an. Ein trockenes raschelndes Lachen dringt aus der Kehle des Wight. „Ihr mögt mich festhalten können, aber ihr könnt mir nichts antun das ich nicht schon durchgemacht habe“, stößt der Wight hervor. „Jeder Schmerz den ihr mir zufügt ist ein Streicheln im Vergleich zu meiner Existenz. Jede Folter die ihr mir antut prallt von mir ab. Meine Gedanken sind euch verschlossen und wenn ihr nur eine Sekunde nicht aufpasst bin ich wieder frei und setze eurem erbärmlichen Leben ein Ende. „ich muss nicht schlafen, nicht essen, ja nicht mal Atmen. Wie lange haltet ihr diesen Zauber durch bevor er eure Essenz zerfrisst und ihr ruhen müsst“, sagt er mit einem bösartigen Lächeln auf seinen aufgeplatzten Lippen. „Wir könnten ihn auch fesseln und befragen“, schlägt Anderson vor. „Keine Chance“, sagt Ninon. „Eine einzige Berührung reich und er saugt euch eure Lebensenergie aus. Tötet diese widerliche Kreatur. Sie ist zu nichts mehr zu gebrauchen“. Mit Vergnügen“, sagt Anderson und holt mit seinem Hammer aus. Ein grausames Lächeln umspielt die Lippen des Wights und als der Hammer mit einem schmatzend krachendem Geräusch auf den Schädel des Wigths niederfährt könnt ihr sehen wie sein letzter Blick etwas am oberen Ende der Kellertreppe gilt.

Ein Geräusch ertönt hinter Phi. Sie wendet sich um und ihre Augen weiten sich mit Schrecken. Der Gouhl den sie gerade gefesselt hat stürzt auf sie zu. Hinter dem Gouhl kann Phi die blonde Magd erkennen die mit einem spöttischen Blick und einem Messer in der Hand dasteht. Zu ihren Füßen liegen die zerschnittenen Reste des Seils, das Phi zum Fesseln des Gouhls verwendet hat. Phi schafft es gerade noch einen Bolzen aus ihrer Armbrust auf den heranstürmenden Gouhl abzufeuern als dieser auch schon mit voller Wucht mit ihr Kollidiert. Gouhl und Halbling fallen die Treppe hinunter und detonieren am Kellerboden. Aufgeschreckt wendet sich der Rest der Gruppe um und kann gerade noch sehen wie die Flügeltüren des Kellers mit einem lauten Krachen zufallen. Von draußen hört ihr die Stimme der Magd rufen „Ihr werdet uns nicht in die Quere kommen“. Dann ist singen zu hören und die Wände des Kellers beginnen zu fließen und bedecken schnell die Holztür mit einer dicken Steinschicht. Anderson stürmt heran um den Gouhl zu erledigen und von Phi herunter zu ziehen. Seine Kleidung ist noch mit Knochenresten und Hirnmasse des Wights bedeckt und bevor sich der Gouhl auch nur hochrappeln kann befördert ihn ein kräftiger Schlag Andersons zurück ins Jenseits. Mit einem klatschenden Geräusch schlagen die zusammenfließenden Steinwände zusammen und schließen euch ein. Die darauffolgende Stille wird von quietschen und dem kratzen feiner Krallen auf Granit durchbrochen. Am oberen Rand der Falltür taucht eine kleine Ratte auf. Diese sieht aber keineswegs süß und kuschelig aus. Stattdessen hängen ihr die Reste von Fellfetzen von feuchten grünen Knochen und rotglühende Augen starren euch an. Das Rascheln und Kratzen unter der Tür ist mittlerweile zu einem Rauschen angeschwollen und mit einem spitzen Schrei stürtzen sich tausende Knochenratten aus dem Kanal heraus auf euch…………………….